Entstehung von Nationalhymnen
Hymnen entstanden als musikalische Zeichen der Zusammengehörigkeit bestimmter Volks- und Personengruppen, von den Landesliedern bis zu den Vereinshymnen. Die Mit der Herausbildung des modernen Nationalgefühls entwickelte sich auch das Genre des "Patriotischen Lieds" und der frühen englischen "Staatsmusik" aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Zu letzterem zählen der "Dead March" aus Georg Friedrich Händels Oratoriium "Saul" (1739) und das "Rule Britannia" von James Thomson und Thomas Arne (1740), bevor schließlich die Begurtsstunde der National-
hymnen schlug. Vorläufer dieser Nationalweisen waren das niederländische
"Geusenlied Wilhelms von Nassouwe" (1568/69) und die englische Hymne
"God save the King" (1745).
Entstehungsanlässe der Nationahlhymnen gründen sich auf den verschiedensten politischen, militärischen und sozialen Entwicklungen und Ereignissen. Im Einzelnen basiert fast die Hälfte aller bestehender Nationallieder auf staatlicher Anordnung, zumeist aufgrund bevorstehender Souveränität oder eines Wechsels der Staast- bzw. Regierungsform.
Bei etwa einem Viertel der Landesweisen kommt auch dem "gemeinen" Volk die Urheberschaft zu, das per Wettbewerbsausschreibung zur Schaffung einer neuen Hymne angehalten worden war. Nur das restliche Viertel der Nationalhymnen ist wahrhaft historisch verankert: Lieder, die nicht selten über Generationen "vererbt" wurden und aufgrund ihres hohen Bekanntheitsgrades gerade in Zeiten nationaler Krisen zu regelrechten "Volkshymnen" wurden, oftmals lange, bevor sie ihren staatlichen Segen erfuhren.
(Aus:
Harry D. Schurdel: Nationalhymnen der Welt. Schott Music. SEM 8221)