Toshi Ichiyanagi

Toshi Ichiyanagi

* 4. Februar 1933
Herkunftsland: Japan

In Kürze:

Scenes of Poems I
26. September 2014 | Kioi Hall - Tokyo - Japan

Piano Quintet "Prana"
1. November 2014 | Uusi Paviljonki - Kauniainen - Finnland

Profil

Toshi Ichiyanagi wurde am 4. Februar 1933 in der japanischen Stadt Kobe geboren. Er studierte sowohl Komposition bei Kishio Hirao, Tomojiro Ikenouchi und John Cage als auch Klavier bei  Chieko Hara und Beveridge Webster.

Mit seinen ersten Plätzen bei den Kompositionswettbewerben des 18. und 20. Mainichi Musikwettbewerbs in den Jahren 1949 und 1951 machte er erstmals auf sich aufmerksam. Während er von 1954 bis 1957 die Julliard School of Music in New York besuchte, erhielt der den Elizabeth A. Coolidge Prize, den Serge Koussevitzky Prize und den Alexander Gretchaninov Prize.

Auf Einladung des Festivals des Institute of 20th Century Music kehrte er 1961 nach Japan zurück und veranstaltete Konzerte und Vorträge zu seiner eigenen Musik und anderen Gegenwartskompositionen aus Japan, Europa und den USA. Unterstützt durch ein Stipendium der Rockefeller Foundation siedelte er von 1966 bis 1967 erneut nach Nordamerika um und präsentierte seine Musik in den gesamten USA.

1976 lud ihn der Deutsche Akademische Austauschdienst DAAD für sechs Monate nach Berlin ein. Bei Musikfestivals in verschiedenen Teilen Europas stellte er seine Werke und die anderer japanischer Komponisten vor. In der Folge besuchte er Europa regelmäßig und erhielt Kompositionsaufträge des European Pro Musica Nova Festivals, des Metamusik Festivals, des Kölner Festivals für Zeitgenössische Musik, des Holland Festival, der Berliner Festwochen und zahlreichen anderen.

Für sein Klavierkonzert Nr. 1 "Reminiscence of Spaces“ wurde ihm 1981 der 30. Otaka Prize verliehen, 1984 folgte der Grand Prix des Nakajima Prize für seine Verdienste um die Musik. Im selben Jahr erhielt er erneut den Otaka Prize, diesmal für sein Violinkonzert "Circulating Scenery“.

1985 wurde ihm der Ordre des Arts et des Lettres der Republik Frankreich verliehen. Während eines speziell Ichiyanagi gewidmeten Festivals der Suntory Music Foundation, erhielt er 1989 den Mainichi Newspaper Art Prize und kurze Zeit später den Kyoto Music Grand Prize und den dritten Otaka Prize für das zweite Klavierkonzert "Winter Portrait“. Nur ein Jahr später folgte für seine Symphonie "Berlin Renshi“ der vierte Otaka Prize.

In den 1980er und 90er Jahren komponierte er ein großformatiges Werk nach dem anderen, die von namhaften Organisationen in Auftrag gegeben wurden, darunter das National Theatre of Japan, die Berliner Festspiele, Wien Modern, das Huddersfield Contemporary Music Festival und ULTIMA Oslo Contemporary Music Festival.

Von der japanischen Regierung erhielt er 1999 die Medaille am purpurnen Band, 2005 den Orden der aufgehenden Sonne mit Goldstrahlen und Rosette und wurde 2008 als einer der Botschafter der Japanischen Kultur ernannt.

Ichiyanagi ist gegenwärtig künstlerischer Leiter des von ihm gegründeten Ensembles TIME und des Ensembles Origin, Berater des Japanischen Musikwettbewerbs, Mitglied im Vorstand der Saison Foundation, Mitglied des Rats der Suntory Foundation for Arts und künstlerischer Direktor der Kanagawa Arts Foundation.

Foto Toshi Ichiyanagi: Koh Okabe