Morton Subotnick

Morton Subotnick

* 14. April 1933
Herkunftsland: Vereinigte Staaten von Amerika

Profil

Morton Subotnick ist einer der Pioniere der Entwicklung elektronischer Musik und Innovator auf dem Gebiet der Nutzung von Instrumenten zusammen mit anderen Medien wie zum Beispiel interaktiven Computerprogrammen. Viele seiner Kompositionen weisen eine Stimme für Computer oder Live-Elektronik auf. Er nutzte im Laufe seines Schaffens stets die technologischen Durchbrüche in der Geschichte des Genres.

Das Werk, mit dem Subotnick berühmt wurde, war Silver Apples of the moon. Das 1967 geschriebene Werk verwendet den modularen Buchla-Synthesizer (ein elektronisches Instrument, das von Donald Buchla mit Vorschlägen von Subotnick und Ramon Sender gebaut wurde).

1975 komponierte Subotnick Until Spring für Solo-Synthesizer. In diesem Werk wurden Veränderungen der Einstellungen, welche Subotnick in Echtzeit auf dem Synthesizer machte als Steuerspannungen auf einem separaten Band gespeichert, um ihm so zu ermöglichen seine Aufführungseinstellungen zu duplizieren und gegebenenfalls zu modifizieren, falls er dies wollte. Während die Verwendung von Kontrollspannungen nichts Neues war, ermöglichte dies Subotnick eine exakte Kontrolle über die Live-Elektronik.

Der nächste Schritt in Subotnicks Verwendung von Steuerspannungen war die Entwicklung der „ghost-box“, der „Geisterkiste“. Die Elektronik wurde mittels hochfrequenter Audiosignale auf einem Band oder später einem EPROM gesteuert. Wenn weder Band noch EPROM einen Klang erzeugen, spricht Subotnick von einem „ghost score“, einer „Geisterpartitur“. Two Life Histories (1977) war das erste Werk, welches einen elektronischen „ghost score“ vorsah. Einen Großteil von Subotnicks Kompositionen der nächsten sechs Jahre war auf diese Art der Verbindung von Ausführenden und „ghost score“ ausgerichtet. Die Raffinesse, Gewandtheit und Versiertheit im Umgang mit elektronischen Echtzeitprozessen, die Subotnick mit diesen Werken demonstrierte, sicherte seinen Ruf als einen der bedeutendsten Komponisten elektronischer Musik der Welt.

Mit seinem Werk Ascent Into Air (1981) erreichte Subotnick den Höhepunkt elektronischer Echtzeitverarbeitung. Er verwendete hierbei viele Techniken, die er bereits in seinen „ghost scores“ entwickelt hatte. Darüber hinaus fand er eine Möglichkeit Klänge räumlich in einem vierkanaligen Feld zu lokalisieren und die Klangfarben der Instrumente zu modulieren. Der bedeutendste Aspekt dieses Werkes war aber, dass die Ausführenden als eine Art Steuerspannung kontrollieren konnten, wann ein Klang platziert, auf welche Weise und wie stark er moduliert wurde etc. – die umgekehrte Situation der „ghost score“-Kompositionen.

Seit 1985 verwendet Subotnick die Steuerung über MIDI wie zum Beispiel in The Key to Songs, Return und All My Hummingbirds Have Alibis. Seine neueren Werke sind nicht nur durch impulsgesteuerte Rhythmen, sondern auch durch rein diatonische Melodien und Harmonien gekennzeichnet.

Neben elektronischer Musik schreibt Morton Subotnick auch Werke für Sinfonieorchester, Kammerensembles, multimediale Produktionen und die Theaterbühne. Sein „inszeniertes Klanggedicht“ The Double Life of Amphibians, welches das Zusammenspiel von Sängern, Instrumentalisten und dem Computer vorsieht, war beispielsweise eine Gemeinschaftsarbeit mit dem Regisseur Lee Breuer und dem Bildkünstler Irving Petlin und wurde 1984 beim Olympics Arts Festival in Los Angeles uraufgeführt.

Subotnick ist außerdem Pionier auf dem Gebiet kreativer Musikprogramme für Kinder. Er ist Autor einer Reihe von CD-ROMs für Kinder, einer Kinder-Website und entwickelte ein Programm für Schulklassen, welches bald international erhältlich sein wird.

Morton Subotnick reist als Dozent, Komponist und Musiker durch die USA und Europa.

[Biographie: Christian Hertzog von Contemporary Composers, Übersetzung: Schott Music ]