Wolfgang Fortner

Wolfgang Fortner

* 12. Oktober 1907
† 5. September 1987
Herkunftsland: Deutschland

In Kürze:

Bluthochzeit
Dirigent: Hilary Griffiths
13. Januar 2013 | Theater - Wuppertal - Deutschland

Chronologie

1907
am 12. Oktober wurde Wolfgang Fortner in Leipzig geboren; erste Kompositionen entstanden im Alter von neun Jahren; während der Schulzeit erhielt er Klavier- und Orgelunterricht
1927-31

studierte Wolfgang Fortner am Konservatorium der Stadt Leipzig (Komposition bei Hermann Grabner, einem Schüler Max Regers und Orgel bei Karl Straube) und an der Universität Leipzig (Musikwissenschaften bei Theodor Kroyer, Philosophie bei Hans Driesch und Germanistik bei Hermann August Korff).

1929

5. April: Mit dem Vertrag über die 1928 entstandenen Vier Marianischen Antiphonen für Chor und Orchester begann die Zusammenarbeit mit dem Schott-Verlag.

1931

beendete Fortner das Studium mit dem Staatsexamen für das künstlerische Lehramt an Höheren Schulen.

Unmittelbar im Anschluss wurde er als Dozent für Komposition und Musiktheorie an das neu errichtete Evangelische Kirchenmusikalische Institut der badischen Landeskirche in Heidelberg (heute: Hochschule für Kirchenmusik Heidelberg) verpflichtet, an dem er bis 1954, unterbrochen nur von kurzzeitigen Einberufungen in den Kriegsjahren, unterrichtete.

1935
gründete Fortner das Heidelberger Kammerorchester
1946

war Wolfgang Fortner zusammen mit Wolfgang Steinecke, dem damaligen Kulturreferenten und Leiter des Kulturamtes der Stadt Darmstadt, an der Gründung der Kranichsteiner Ferienkurse für Neue Musik (heute: Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt) aktiv beteiligt; bis in die späten 50er Jahre wirkte er dort als Dozent.

1947

 

rief Wolfgang Fortner in Zusammenarbeit mit dem Süddeutschen Rundfunk in Heidelberg die Konzertreihe musica viva ins Leben.

1948
Schreker-Preis der Stadt Berlin
1950

berief ihn die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) in den Beirat.

1953
Spohr-Preis der Stadt Braunschweig
1954-57
lehrte Wolfgang Fortner als Professor für Komposition an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold.
1955

ernannte ihn die Akademie der Künste, (West-)Berlin, Sektion Musik zu ihrem Mitglied; später übernahm er den Vorsitz der Sektion Musik.

1955
Großer Kunstpreis des Landes Nordrhein-Westfalen

 
1956
wurde er in die Bayerische Akademie der Schönen Künste, München als Mitglied aufgenommen.
1957-73

unterrichtete er als Professor für Komposition an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau; 1964 richtete die Staatliche Hochschule für Musik auf seine Initiative hin das Institut für Neue Musik ein.

1957-71

wirkte Wolfgang Fortner als Präsident der Deutschen Sektion der IGNM (Internationale Gesellschaft für Neue Musik) und arbeitete in verschiedenen Ausschüssen in Bonn mit.

1960

Bach-Preis der Freien und Hansestadt Hamburg (nach Paul Hindemith 1951, Philipp Jarnach 1954 und Boris Blacher 1957)

1964

übernahm Wolfgang Fortner als Nachfolger von Karl Amadeus Hartmann die Leitung der musica viva-Konzerte in München; er betreute diese Konzertreihe des Bayerischen Rundfunks zusammen mit Ernst Thomas bis zum Jahr 1978.

1975

ernannte ihn die Dramatiker-Union, Deutschlands ältester überregionaler Autorenverband (gegründet 1871 in Leipzig), zu ihrem Präsidenten.

Durch seine Lehrtätigkeit übte Wolfgang Fortner einen starken Einfluss auf die nachfolgende Komponistengeneration aus. Zu seinen Schülern gehörten u.a. Hans Werner Henze, Rudolf Kelterborn, Gottfried Schnabel, Peter Westergaard, Friedhelm Döhl, Arghyris Kounadis, Nam June Paik, Robert HP Platz, Manfred Stahnke, Wilfried Steinbrenner und Hans Zender.

Gastdozenturen führten ihn u.a. nach Österreich, Térésopolis (Brasilien) und nach Tanglewood/Massachusetts, wo er Kurse mit dem Bostoner Symphonieorchester leitete.
 

1977
Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg im Breisgau

Ehrungen anlässlich des 70. Geburtstags 1977:

Großes Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland

Ehrendoktortitel der Ruprecht-Karl-Universität Heidelberg und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Ehrenbürger der Staatlichen Hochschule für Musik Heidelberg-Mannheim

Richard-Benz-Medaille für Kunst und Wissenschaft der Stadt Heidelberg


Goldene Ehrennadel der Dramatiker-Union

 
Der Nachlass von Wolfgang Fortner befindet sich in der Bayerischen Staatsbibliothek München.
1987

am 5. September starb Wolfgang Fortner in Heidelberg.