Thomas Larcher
* 16. September 1963
Herkunftsland: Österreich
In Kürze:
Böse Zellen
Dirigent: Reinbert de Leeuw
11. Februar 2012 | Concertgebouw - Amsterdam - Niederlande
Sonata
21. Februar 2012 | Bridgewater Hall - Manchester - United Kingdom
Profil
Als Komponist bewegt sich Thomas Larcher zuweilen neben den engen Spuren der Neuen Musik, durchschreitet stilistisch große Weiten und gibt sich inspiriert vom Leben selbst. (Musik & Theater)
Thomas Larcher wurde am 16. September 1963 in Innsbruck geboren. Bereits während seines Studiums an der Musikhochschule in Wien von 1981 bis 1986 (Klavier bei Heinz Medjimorec und Elisabeth Leonskaja; Komposition bei Erich Urbanner) profilierte er sich als Interpret zeitgenössischer Klaviermusik. Intensiv arbeitete er mit Komponistinnen und Komponisten wie Heinz Holliger, Isabel Mundry, Olga Neuwirth und Johannes Maria Staud zusammen. 1994 schuf der Pianist mit dem Tiroler Festival "Klangspuren" eine Plattform für Aufführungen zeitgenössischer Musikwerke in Österreich, die rasch internationales Renommee gewann und deren Leitung er bis 2003 innehatte. 2004 rief Larcher das Festival der Swarovski Kristallwelten "Musik im Riesen" in Wattens ins Leben. Von 2001 bis 2004 unterrichtete er eine Klavierklasse an der Musikhochschule in Basel. Kompositionsaufträge von Till Fellner, der Mozartwoche Salzburg und vom Lucerne Festival rückten das Komponieren immer stärker in den Fokus seines Interesses. Heute zählt Larcher zu den international bedeutenden Komponisten für zeitgenössische Musik.
Larchers frühe Werke sind vor allem von der intensiven Auseinandersetzung mit dem eigenen Instrument und dessen Klang geprägt. Mit Stücken wie Naunz für Klavier solo (1989), Kraken für Violine, Cello und Klavier (1994/1995), Mumien für Cello und Klavier (2001) sowie My Illness Is the Medicine I Need (2002) für Sopran und Klaviertrio setzte er unter Verwendung ausgefeilt rhythmischer Tonmuster, die auch den für seinen Stil bezeichnenden Aspekt der "Entschleunigung" einbeziehen, neue Maßstäbe in der Klavierliteratur. Bereits hier zeigt sich Larcher als Grenzgänger der Stile, der bewusst auch neben den orthodoxen Pfaden der Avantgarde wandelt. Die Streichquartette – Cold Farmer (1990), IXXU (1998-2004) und Madhares (2006/2007) mit ihren der Streicher-Spieltechnik gleichermaßen physisch-homogen wie originell abgehörten Klängen belegen die Emanzipation des Komponisten von seiner ursprünglichen Herkunft als Pianist.
Mit den Solokonzerten Still für Viola und Kammerorchester (2002, rev. 2008), Böse Zellen für Klavier und Kammerorchester (2006, rev. 2007) und dem Konzert für Violine und Orchester(2008) erweiterte Larcher seine Musiksprache um den Einsatz des farbenreichen Klangkörpers Orchester. In dem 2006 im Auftrag der Tonhalle Düsseldorf komponierten Heute für Sopran und Orchester rückte die menschliche Stimme gleichsam an die Stelle des Soloinstruments. Für den Bariton Matthias Goerne komponierte Larcher zwei Jahre später Die Nacht der Verlorenen (London Sinfonietta) – nachgelassene Gedichte Ingeborg Bachmanns prallen auf einen sich immer mehr zurückziehenden instrumentalen Klangkörper. 2011 brachte das San Francisco Sympony Orchestra das sich tonfarblich in zwei als Gegensatzpaar konzipierten Sätzen entwickelnde Red and Green für großes Orchester zur Uraufführung. Noch im selben Jahr folgte in der Royal Albert Hall anlässlich der BBC Proms unter Leitung von Ivan Volkov das Doppelkonzert für Violine, Cello und Orchester. Zu den Interpreten, die Larchers Musik regelmäßig aufführen, gehören Isabel Faust, Mark Padmore, Viktoria Mullova, Tim Fellner, Thomas Demenga und das Quatuor Diotima.
Die CD-Produktion IXXU (2006) mit Kompositionen Larchers wurde mit dem "Preis der deutschen Schallplattenkritik" ausgezeichnet. Als Composer in Residence erhielt er Einladungen zu den Festivals in Davos, Heimbach, Risör und Mondsee sowie vom Mozarteum Orchester Salzburg und dem Wiener Konzerthaus.
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