Herbert Willi

Herbert Willi

* 7. Januar 1956
Herkunftsland: Österreich

In Kürze:

Begegnung
Dirigent: Yunsung Chang
24. Oktober 2010 | Seoul Art Center Concert Hall - Seoul - Korea (Süd)

"The Echo of Peace"
Dirigent: Jong H. Bae
24. Oktober 2010 | Seoul World Cup Stadium - Seoul - Korea (Süd)

Profil

Herbert Willi wurde am 7. Januar 1956 in Vorarlberg geboren. Er studierte Schulmusik und Theologie an der Universität Innsbruck (Abschluss als Magister der Philosophie), gleichzeitig auch Fagott und Klavier am Konservatorium der Stadt Innsbruck. Ab 1983 war Willi Kompositionsschüler bei Helmut Eder an der Hochschule Mozarteum in Salzburg (Abschluss mit Kompositionsdiplom und Magister Artium), danach bei Boguslaw Schaeffer.
 
Willi bekam zahlreiche Preise und Ehrungen: So erhielt er z.B. mehrmals das Österreichische Staatsstipendium für Komponisten (1985, 1986, 1989), war 1987 Preisträger beim Streichquartettwettbewerb der Wiener Konzerthausgesellschaft (Aufführung des "Streichquartett 1986" durch das Jury-Mitglied Arditti Quartett), bekam 1990 das Rolf-Liebermann-Stipendium für Opernkompositionen (Jurymitglieder: Opern der Städte Wien, Berlin, Hamburg, Dresden und München) und 1991 den Förderpreis der Ernst-von-Siemens-Stiftung. Willi wurde mehrmals zum "Composer in residence" ernannt (1992: Salzburger Festspiele, 1996 bis 1998: Camerata Academia, Salzburg), 1997 wurde ihm das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst durch den Bundespräsidenten der Republik Österreich verliehen und 1998 das Große Verdienstzeichen des Landes Vorarlberg. In der Spielzeit 2002/2003 war er Composer in Residence der Gesellschaft der Musikfreunde des Wiener Musikvereins und des Wiener Concert-Vereins und 2007 Composer in Residence beim Pacific Music Festival in Sapporo, Japan. 2008 war er Composer in Residence beim japanischen Kusatsu International Summer Music Academy & Festival.

Aufführungen seiner Werke erfolgten in New York (Carnegie Hall), Tokyo (Suntory Hall, Sumida Triphony Hall), London (Royal Albert Hall), Wien (Musikverein, Konzerthaus), bei den Salzburger Festspielen (Großes Festspielhaus, Felsenreitschule), in der Berliner Philharmonie. Interpreten sind unter anderem internationale Orchester wie Berliner Philharmoniker, Wiener Philharmoniker, Cleveland Orchestra, Philadelphia Orchestra, New Japan Philharmonic Orchetra unter Dirigenten wie Claudio Abbado, Riccardo Muti, Seiji Ozawa und Christoph von Dohnányi.

Das Cleveland Orchestra gab gemeinsam mit den Salzburger Festspielen im Jahr 1991 das Konzert für Orchester in Auftrag, Christoph von Dohnányi dirigierte die Uraufführung. 1994/95 schrieb Herbert Willi im Auftrag des Opernhauses Zürich die Oper Schlafes Bruder zum Jubiläum "1000 Jahre Österreich" (Libretto von Robert Schneider in Zusammenarbeit mit Herbert Willi, Uraufführung 1996). Für die Wiener Philharmoniker schrieb er als Auftragswerk anlässlich der Feierlichkeiten "150 Jahre Wiener Philharmoniker" die Komposition Begegnung für Orchester (1997/98). Sein Werk umfasst eine Oper, Orchesterwerke, Kammermusik für verschiedene Besetzungen sowie Solowerke.

Zuletzt schrieb Willi den "Zyklus Montafon“, der die Werke Eirene (Konzert für Trompete und Orchester), ...geraume Zeit... (Konzert für Flöte, Oboe und Orchester), ego eimi (Konzert für Klarinette und Orchester) und Äon (Konzert für Horn und Orchester) umfasst. Die Uraufführung des Hornkonzerts durch Stefan Dohr und das Radio-Sinfonieorchester Wien schloss im März 2008 den Zyklus ab. Im gleichen Monat kam die Neufassung der Oper Schlafes Bruder am Stadttheater Klagenfurt zur Uraufführung.

Bei dem Label WERGO ist jüngst eine Retrospektive mit Orchesterwerken von Herbert Willi erschienen, auf der die Werke Eirene, Räume, Rondino nach der Oper "Schlafes Bruder, … geraume Zeit … und Begegnung enthalten sind. Ebenso wurde von dem japanischen Label Camerata Tokyo eine CD mit Herbert Willis Kammermusik der Jahre 1984-2005 veröffentlicht.

Herbert Willi lebt als freischaffender Komponist in St. Anton im Montafon/Voralberg.


Weiterführende Informationen:


Helga Rabl-Stadler: Rede an Herbert Willi
Joachim Reiber: Zu ...geraume Zeit..., in: Musikfreunde
Peter Vujica: Klingende Protokolle der Welterfahrung. Zu Eirene, in: Musikfreunde Mai/Juni 2002