Gavin Bryars

Gavin Bryars

* 16. Januar 1943
Herkunftsland: United Kingdom

In Kürze:

Peer Gynt
Dirigent: Elisa Gogou
4. Dezember 2014 | Stadttheater - Bielefeld - Deutschland

Tre Laude Dolçe
11. Dezember 2014 | Sala Casella - Rome - Italien

Profil

Gavin Bryars studierte Philosophie an der Universität Sheffield und wurde als Jazzbassist mit seinen Partnern Derek Bailey und Tony Oxley Pionier freier Improvisation. In den späten 1960er Jahren arbeitete er mit John Cage und wurde durch ihn zu Werken wie dem aleatorisch notierten The Sinking of the Titanic (1969) und seinem großen Erfolg Jesus' Blood Never Failed Me Yet (1971) inspiriert.

Einen Wendepunkt in seiner Entwicklung stellt seine erste Oper Medea dar, die an der Opéra de Lyon und der Opéra de Paris 1984 uraufgeführt wurde. Bryars komponierte zwei weitere Opern, beide mit Libretti seines langjährigen Partners Blake Morrison: Doctor Ox's Experiment (English National Opera 1998) und G, ein Auftrag des Staatstheaters Mainz zum 600. Geburtstag Johannes Gutenbergs im Jahr 2002.

Bryars hat ein umfangreiches kammermusikalisches Schaffen vorzuweisen, das auch drei Streichquartette und ein Saxophonquartett beinhaltet. Darüber hinaus hat er eine große Anzahl an Werken für Streicher und Soloinstrumente mit Orchester geschrieben, wie etwa seine Konzerte für Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass, Jazz-Bass, Saxophon und Bassoboe. Besonders bemerkenswert sind seine Kompositionen für Chor, hauptsächlich für den Latvian Radio Choir, der jüngst auch eine neue Bryars-CD eingesungen hat und den Estonian Male Choir.

Bryars hat mehrere Jahre in Kunsthochschulen unterrichtet und mit vielen bildenden Künstlern wie Bruce McLean, Tim Head, James Hugonin, Bill Woodrow und Will Alsop gearbeitet. 2006 war er Gastredner beim 10. Alvar Aalto Architecture Symposium in Finnland. Er hat unter anderem Installationen und Performances für die Liverpool Tate Gallery, die Tate St. Ives und das Chateau d'Oiron erarbeitet und bestritt mehrere Projekte mit Juan Muñoz, jüngst A Man in a Room, Gambling.

Viele Jahre arbeitete Bryars mit Interpreten Alter Musik und hat eine Reihe von Madrigalbüchern geschrieben: Das erste für das Hilliard Ensemble (Texte von Blake Morrison), das zweite für das Trio Mediaeval Sextet (Petrarca Sonette) und das dritte für Red Byrd (Petrarca, Übersetzung von John Millington Synge). Einen vierten Teil mit längeren Petrarca-Sonetten hat Bryars gerade begonnen. Darüber hinaus hat er auch zwei Bücher mit irischen Madrigalen komponiert wie auch eine große Anzahl an "Laude", viele davon für die Sopranistin Anna Maria Friman und arbeitet zur Zeit an Vertonungen alter irischer Texte für Iarla l'Lionaird.

Viele Choreographen schätzen Bryars' Musik und haben vielfach direkt mit ihm zusammengearbeitet. Unter ihnen sind Lucinda Child (für die Rambert Dance Company), Laurie Booth, William Forsyth (Frankfurt Ballett), Edouard Lock (La La La Human Steps). 1999 schrieb er die Musik für BIPED, das Programm von Merce Cunningham. Seit 2002 arbeitet er mit Carolyn Carlson, zuerst entstand Writings on Water für die Biennale Venedig.

Jüngst hat Bryars ein Musiktheaterstück mit Peeter Jalakas für das Von Krahl Theater in Tallinn fertiggestellt und ein Ballett für Edouard Lock in Montreal komponiert. Er schreibt gemeinsam mit der Kanadischen Schriftstellerin Marilyn Bowering an einer Kammeroper über Marilyn Monroe. Bryars ist Dozent am Dartington College of Arts. Seine Werke wurden vielfach eingespielt, unter anderem bei Incus, ECM, Point, Philips, Argo, Clarinet Classics, Daphénéo, CBC Records und seinem eigenen Label GB Records.