Alexander Wustin

Alexander Wustin

* 24. April 1943
Herkunftsland: Russland

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Profil

Alexander Wustin, am 24. April 1943 in Moskau geboren, studierte ab 1960 Komposition, zuerst an einer Musikfachschule (bei G. Frid), dann bis 1969 am Moskauer Tschaikowsky - Konservatorium (bei W. Ferè). Wustin lebt in Moskau und gehört der Gründer und Kerngruppe der russischen ASM (Gesellschaft für Neue Musik) an.
 
Seit Mitte der 80-er Jahre stehen seine Werke auf den Programmen bedeutender westlicher Musikfestivals wie den Donaueschinger Musiktagen, dem Holland Festival, der Musik Biennale (Berlin), den Tagen für Neue Musik (Zürich) oder dem Kammermusikfest Lockenhaus (Österreich). Zu den Interpreten seiner Musik zählen Gidon Kremer, Reinbert de Leeuw, Eri Klas, Mark Pekarsky, Friedrich Lips und Ensembles wie das BBC Symphony Orchestra, das Schönberg Ensemble und die Nieuw Sinfonietta Amsterdam.
 
Zweifellos ist Alexander Wustin einer der eigenwilligsten Köpfe seiner Generation in Russland. „In jedem seiner Werke offenbaren sich seine individuellen, unnachahmlichen Züge. Wustin gehört keiner Schule an und läuft keiner Mode hinterher, sondern verfolgt treu seine eigene Linie, was in unserer Zeit von besonders hohem Wert ist.“ (Edison Denissow).
 
Sein musikalisches Credo beschreibt der Komponist so: „In meinen Werken bemühe ich mich, das Problem der Zeit – so wie ich es verstehe – für mich selbst zu lösen. Die Aufgabe des Komponisten scheint mir zu sein, in jedem Einzelfall die Wirkung eines allgemeinen Gesetzes aufzuspüren und sich ihm im Kompositionsprozess unterzuordnen. Das Niveau einer Komposition hängt davon ab, inwiefern es gelingt, mit dieser Aufgabe fertig zu werden. Alle anderen Komponenten – Stil, Material, Dynamik, Klangfarbe, „emotionaler“ Charakter – sind nebensächlich. Das Gesetz, dem die musikalische Zeit untergeordnet ist, lässt sich in Zahlen ausdrücken.“
 
Wustins OEuvre ist sehr vielfältig und phantasievoll. Seine wichtigsten Werke sind die Oper Der verliebte Teufel (nach J. Cazotte, 1989), die Orchesterwerke Sinfonie (1969), Memoria 2 (1978), Hommage à Beethoven (1984), Sine Nomine (2000), Exposure of Eva (2004), ferner die Vokalkompositionen mit Orchester oder Ensemble Die Heimkehr (1981), Die Mußestunden des Kosma Prutkow (1982), Das Fest (1987), Selig sind die geistig Armen (1988) wie auch Kompositionen für Soloinstrumente und Kammerensemble (in denen häufig das Schlagzeug eine bedeutende Rolle spielt): Sonate für 6 (1973), Nocturnes (1982), Das Wort (1975), Musik für Zehn (1991), Postlude (2003), Evening Birds (2006), Musikalisches Opfer (2007).