Erich Wolfgang Korngold

Erich Wolfgang Korngold

* 29. Mai 1897
† 29. November 1957
Herkunftsland: Österreich

In Kürze:

Konzert D-Dur
Dirigent: Kristjan Järvi
26. Mai 2012 | Messe - Dresden - Deutschland

Konzert D-Dur
Dirigent: Kristjan Järvi
28. Mai 2012 | Tonhalle - Düsseldorf - Deutschland

Chronologie

1897
Geboren am 28. Mai in Brünn (heute Brno) als Sohn des späteren Wiener Musikkritikers Dr. Julius Korngold
1903
Unterricht in Klavier und Musiktheorie
1905
Erste erhaltene Komposition
Juni 1906
Korngold spielt Gustav Mahler seine Märchenkantate "Gold" vor; dieser bezeichnet ihn als Genie und vermittelt ihm Alexander von Zemlinsky als Lehrer
1909

Der Vater lässt Privatdrucke der ersten Klaviersonate und der Klavierstücke "Don Quixote" und "Der Schneemann" herstellen, um sie an Musiker zu verschicken

1910
Die Ballettpantomime "Der Schneemann" wird in Zemlinskys Orchestrierung an der Wiener Hofoper aufgeführt. Die Universal-Edition druckt das Klaviertrio als op.1
1911/1912
Mit der "Sinfonietta", die auf dem "Motiv des fröhlichen Herzens" basiert, demonstriert Korngold die Beherrschung des großen spätromantischen Orchesterapparates
1916
Die beiden Einakter "Violanta" und "Der Ring des Polykrates" werden in München unter Bruno Walter uraufgeführt. Siegfried Trebisch macht Korngold auf Rodenbachs Roman "Bruges-la-morte" aufmerksam, den  er selbst ins Deutsche übertragen hat. Julius und Erich Korngold erarbeiten aus diesen Vorlagen unter dem Pseudonym Paul Schott das Libretto zu der Oper "Die tote Stadt"
1917
Der Zwanzigjährige wird als Rekrut zur Musikkapelle eines Infanterieregimes einberufen
1920
Uraufführung der Oper "Die tote Stadt". Das symbolistische, dem Jugendstil verwandte Werk mit dekorativen und expressionistischen Elementen in der Musik tritt einen beispiellosen Siegeszug durch die europäischen Bühnen an
1921
"Lieder des Abschieds" für Alt und Orchester beendet
1923
Korngold bearbeitet "Eine Nacht in Venedig" von Johann Strauss für das Theater an der  Wien
1924
heiratet Luise von Sonnenthal. Zusatzverdienste durch das Dirigieren und Bearbeiten von Operetten
1927
Uraufführung der Oper "Das Wunder der Heliane", die Korngold für sein bedeutenstes Werk hält. Der Erfolg der früheren Opern wird jedoch nicht erreicht: diesmal ist Křeneks "Jonny spielt auf" die Oper des Jahres. Korngold wird als Professor an die staatliche Hochschule für Musik in Wien berufen
 
1929
Beginn der Zusammenarbeit mit Max Reinhardt: Neuinszenierung der "Fledermaus" von Johann Strauss in Berlin
1932
Korngold beginnt die Arbeit an der Oper "Die Kathrin". Uraufführung der "Baby-Serenade", die erstmals auch Jazz-Elemente verarbeitet
1934/35
Erster Amerikaaufenthalt: Bearbeitung von Mendelssohns Musik für Max Reinhardts Film "A Midsummer Night´s Dream"
1935/36
Zweiter Amerikaaufenthalt: Korngold schreibt Filmmusiken für Paramount und Warner. "Anthony Adverse" wird mit dem "Oscar" für die beste Filmmusik des Jahres 1936 ausgezeichnet
1937
Uraufführung des Liedersyklus´"Unvergänglichkeit". Das Wiener Publikumsinteresse lässt nach, und die politische Lage in Österreich wird durch antisemitische Tendenzen immer ungünstiger
1938

Wieder in Hollywood, werden die Korngolds vom nationalsozialistischen "Anschluss" Österreichs überrascht. Erst jetzt entschließt sich Korngold, regelmäßig Filmmusiken zu schreiben. Für die Musik zu "The Adventures of Robin Hood" erhält er seinen zweiten "Oscar"

1939
Uraufführung der Oper "Die Kathrin" in Stockholm
ab 1945
Versuche, zur klassischen absoluten Musik zurüchzufinden: 1946 Uraufführung des Cellokonzertes, 1947 Uraufführung des Violinkonzertes, beide Werke nach Motiven aus Filmmusiken
bis 1946
komponiert Korngold nur Filmmusik und unterstützt durch seinen Verdienst vile Flüchtlinge. Zusammen mit Max Steiner steht er für einen neuen Hollywood-Musikstil; die genau illustrierende und doch selbständige Musik greift durch Stimmungsmalerei und die Einführung von Leitmotiven teilweise aktiv in die Dramaturgie des Films ein
1947-52
entsteht als letztes großes Werk die "Sinfonie in Fis"
1949
Rückkehr nach Wien. Erfolgreiche Uraufführung der "Sinfonischen Serenade" op.39 unter Wilhelm Furtwängler 1950. Andere Korngold-Aufführungen werden aber kaum noch besucht und erhalten schlechte Kritiken
1951

Enttäuscht fahren die Korngolds wieder nach Amerika

Radiopremiere von "Die Stumme Serenade"

1954
Europareise zur Uraufführung der Sinfonie, zur szenischen Uraufführung der Komödie "Die Stumme Serenade" und zur Arbeit an seiner letzten Filmmusik "Magic Fire"
1957
Korngold plant eine zweite Sinfonie und eine Oper über Grillparzers "Das Kloster bei Sendomir". Er stirbt am 29. November an den Folgen einer Hirnthrombose