Dafne
Komponist: Benjamin Schweitzer
Librettist: Benjamin Schweitzer
Dichter der Textvorlage: Arno Holz - Martin Opitz
Tragikomödie in einem Akt
Libretto vom Komponisten nach Martin Opitz
Auftragswerk: Auftragswerk des Konzerthauses Berlin
Uraufführung: 3. April 2006 Berlin, Elisabethkirche Berlin-Mitte (D) Festival zeitfenster - Biennale Alter Musik 2006 · Sylvia Nopper, Sopran; Ksenija Lukic, Sopran; Katia Guedes, Sopran; Herman Wallén, Bariton · Dirigent: Titus Engel · Kammerensemble Neue Musik Berlin · Vocalconsort Berlin · Veranstalter: Konzerthaus Berlin (konzertante Aufführung)
25. November 2009 Freiberg, Theater (D) · Dirigent: Jan Michael Horstmann · Inszenierung: Judica Semler · Kostüme: Tilo Staudte · Bühnenbild: Tilo Staudte · Veranstalter: Mittelsächsisches Theater Freiberg/Döbeln (szenische Aufführung)
Orchesterbesetzung: Fl. (auch Picc. u. Bassfl.) · Bassklar. (auch Tenorsax. oder Altsax.) - Zink (oder Trp.) · Pos. - S. (P. · Xyl. · Tamb. · Rührtr. · 5 Tempelbl. · 5 Woodbl. · Guero · 5 Gläser · Flasche · 3 Tongefäße · Maultrommel · Laub) (1 Spieler) - Theorbe (Chitarrone [oder Harfe]) - Str. (1 · 0 · 1 · 1 ·1)
Personenbesetzung: Dafne · Sopran oder Mezzosopran - Cupido · Sopran - Venus · Sopran - Apollo · hoher Bariton - Ovid · Sprecher - Chor (SSAATTBB)
Verlag: Schott Music
Aufführungsdauer: 30' 0''
Kompositionsjahr: 2005
Schwierigkeit: 6
Sprache: deutsch
Aufführungsmaterial - leihweise
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Beschreibung
Das barocke Dafne-Libretto von Martin Opitz lässt sich auf verschiedene Weisen lesen. Das Gemisch aus klassischer Vorlage und deren Bearbeitungen, Opitz‘ Zutaten und den Erfordernissen des unmittelbaren Anlasses der Entstehung trägt komödiantische, tragische, parabelhafte Züge. [...] Wenn man zu all dem noch das historische Umfeld hinzudenkt – die Situation in der ersten Dekade des Dreißigjährigen Krieges – kann man nicht umhin, die dunkle Seite an diesem seltsamen Götter- und Hirtenspiel, gedacht zur Erbauung einer feudalen Hochzeitsgesellschaft, zu betrachten. Entsprechend schwankt die Vertonung zwischen ironisch geschärfter Nachzeichnung des komödienhaften Grundtones, wie er sich in den Dialogen findet, und dem Einbrechen des ,Ernstfalles’ – sei es der der heftigen Liebe, die Apollo zu Dafne erfasst und die ihn seiner Sinne beraubt (und Dafnes Leben kostet), oder der Angst vor dem ominösen ,wilden Thier’, das Opitz als Metapher für den allseits drohenden Krieg verwendet. Die Geschichte wird gewissermaßen zweimal erzählt: zunächst recht nah am Original und in einem Tonfall, der nahe legt, dies alles – bis hin zu Dafnes Tod – könne doch immer noch Spiel sein. Dann, nach einer instrumentalen ,Verwandlungsmusik’, ein zweites Mal, sehr viel zerrissener und des Auswegs in die Komödie beraubt. Angelpunkt dieses ,Umschlagens’ ist die zentrale Szene zwischen Dafne und Apollo, die in beiden Hälften nahezu identisch vorkommt – einmal mit Streichern begleitet, einmal für Bläser arrangiert – und in der allein feine Unterschiede in den Gesangs- und Instrumentalstimmen die Grenze zwischen ,überzeugend gespielt’ und ,wirklich ernst’ markieren.“ (Benjamin Schweitzer)
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