Lichtstudie I
Komponist: Jörg Widmann
für Orchester
Uraufführung: 15. Mai 2001 Bamberg, Konzert- und Kongresshalle (D) · Dirigent: Christoph Poppen · Bamberger Symphoniker
Orchesterbesetzung: 4 (3. u. 4. auch Picc., 4. gr. Fl. m. H-Fuß) · 2 · 3 · 0 - 4 · 2 (1. auch Bachtrp.) · 0 · 0 - S. (Crot. [2 Oktaven c3-c5, auch mit Kb.-Bogen gespielt] · Beck. [t., auch mit Kb.-Bogen gespielt] · gr. Tr.) (1 Spieler) - Hfe. · Cel. - Str. (14 · 12 · 10 · 8 · 6 [alle mit 5. Saite H])
Verlag: Schott Music
Aufführungsdauer: 11' 0''
Kompositionsjahr: 2001
Ausgabe: Dirigierpartitur
Aufführungsmaterial - leihweise
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Beschreibung
Im Jahr 2001 schrieb ich, noch ohne zu wissen, dass dies zu einer ganzen Serie von Stücken führen würde, das Orchesterstück Lichtstudie (heute: Lichtstudie I). Die Beschäftigung mit Licht, Farbe, Perspektive, Proportion und den jeweiligen klanglichen Entsprechungen hat mich seitdem nicht losgelassen. Noch im selben Jahr entstand das Gegen-Stück: Polyphone Schatten für Viola, Klarinette und Orchestergruppen, Anfang 2002 unter der Leitung von Heinz Holliger uraufgeführt. Lichtstudie III für Klavier, Nr. IV für Violine und Klavier sowie Nr. V für Akkordeon und Klarinette umkreisen jeweils einen klanglichen Teilaspekt: Substraktion von Klang (III), Zwischen-Räume (IV) und Übergang (V).
Nr. VI ist der Versuch, die Erfahrungen mit diesen fünf Stücken zu bündeln und weiterzutreiben, vor allem das Eindringen in mikrotonale und Obertonstrukturen. Es sind alle bisher beteiligten Solo- und Orchesterinstrumente eingebunden. Durch den Kontrast von Solisten-Kollektiv und Orchester ergab sich die Möglichkeit, eine Metapher für Licht-Geschwindigkeit zu finden und den Tempo-Rausch dennoch in einem orchestralen Flächen-Raum aufzufangen. Mit Spiegelungen, Brechungen, Kontra-Punkten, Diminutionen, Augmentationen, Verzerrungen. Weder Kunst- noch Natur-Licht. Keine Ab-bildung. Musik.
Der nun vorliegende Lichtstudie-Zyklus ist nicht die Summe seiner Einzelteile. Es ging darum, trotz aller Kontraste e i n e n Licht- und Energiestrom herzustellen. So wurden die Einzelteile in ihrer ursprünglichen Gestalt zerstückelt und durch neu komponierte Übergänge in einen neuen Kontext gebracht, der mit der ursprünglichen Chronologie ihrer Entstehung nichts mehr gemein hat.
Jeder Abschluss, sofern es etwas „Abgeschlossenes“ in der Kunst überhaupt geben kann, ist auch ein Neubeginn. Der Grund für den Beginn des Zyklus war gewesen, nach einer Reihe von expressiven Extremstücken (Cellokonzert!) eine andere, objektivere Ausdruckswelt zu suchen, eher von der Bildenden Kunst geprägt. Am Ende des Lichtstudie-Zyklus nun kündigt sich eine orchestrale Schreibweise an, von der ich selbst noch nicht weiß, in welche Richtung sie sich einmal entwickeln wird.
Aufnahmen
Musik in Deutschland: Orchesterstücke 1975-2000 (2007)
Jörg Widmann- Lichtstudie I
- + Spahlinger, Trojahn, Rihm, Febel, Zapf, Glanert
Deutsches Symphonie-Orchester Berlin · Roland Kluttig (Dirigent)
SONY BMG
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