Der rote Stiefel
Komponist: Heinrich Sutermeister
Librettist: Heinrich Sutermeister
Dichter der Textvorlage: Wilhelm Hauff
Ein Bilderbuch für Musik in zwei Teilen und fünf Bildern
Text von Heinrich Sutermeister nach dem Märchen "Das kalte Herz" von Wilhelm Hauff
Auftragswerk: Auftragswerk für die Stiftung "Pro Helvetia"
Uraufführung: 22. November 1951 Stockholm, Königliche Oper (S) · Dirigent: Herbert Sandberg · Inszenierung: Bengt Peterson
Orchesterbesetzung: 2 (beide auch Picc.) · 0 · 0 · 0 - 2 · 0 · 0 · 0 - P. S. (Glsp. · Xyl. · Röhrengl. · Plattengl. · Trgl. · Beck. · Tamt. · Tamb. · Handtr. · Holztr. · Rührtr. · kl. Tr. · gr. Tr. · Gong · 2 Sperrholzschachteln · Stielglas · Sandbüchse) (2 Spieler) - Cel. · 2 Klav. (2. mit Reißnägeln präpariert, kann durch Cemb. ersetzt werden) - Str. -
Auf der Szene: Eine Bauernkapelle (2 Klar. · Fg. - Trp.)
Hinter der Szene: S. (Glsp. · Xyl.) - Klav. (auch 4hd.)
Personenbesetzung: Peter Munk, ein junger Kohlenbrenner · Tenor, später auch Puppe - Lisbeth, die Wirtstochter, Peters Braut · Sopran - der reiche Ezechiel · Bassbariton - der Holländermichel · Puppe, dann Sprechrolle (mögl. mit einem Sänger zu besetzen) - der Schatzhauser · Puppe - der Tanzbodenkönig · Tänzer - Vokalquartett (SATB)
Verlag: Schott Music
Aufführungsdauer: 120' 0''
Kompositionsjahr: 1951
Sprache: deutsch
Aufführungsmaterial - leihweise
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Beschreibung
„Nach RASKOLNIKOFF war ich auf der Suche nach einem unbeschwerten, ‘naiven’ Stoffe, und ich ging daran, einen mit meiner Kindheit aufs engste verwobenen Stoff – Hauffs KALTES HERZ – der Opernbühne zugänglich zu machen. Den Holzhändler ‘Holländermichel’ wandelte ich zum Schwarzwälder-Uhrmacher und gewann dadurch reizvolle musikalische Möglichkeiten (die vier Uhren, die ein Menschenherz statt eines Uhrwerks haben, singen und verführen mit der Macht ihres Klagegesanges Peter und Lisbeth). Fast alle meine Opern weisen indirekte Bezüge zu unserer Gegenwart auf, und hier bot sich mir nun die Gelegenheit, die hastige Gier um Geld und Macht, die den heutigen Alltag beherrscht, grell aufzuzeigen. Peter, der arme Kohlenbrenner und ein Sonntagskind, verschmäht die zeitlosen Gaben des guten Waldgeistes ‘Schatzhauser’ und tauscht beim ‘Holländermichel’ sein warmes Herz gegen ein Uhrwerk, das ihm Reichtum bringt; doch damit hat er sich dem Teufel verschrieben. [...] Der böse Michel hat nur solange Zauberkraft, als er sich in seiner Welt, auf der Hinterbühne befindet; im selben Moment jedoch, da er auf der Jagd nach seinen Opfern auf die Vorderbühne gerät, wird er macht- und hilflos dorthin verwiesen, wo er hingehört: in die Hölle. Das Emblem seiner Macht bleibt zurück und ziert von nun an als Wirtshausschild das Heim des jungen Paares, das ‘Gasthaus zum Roten Stiefel’. Des Weiteren versuchte ich, alle Elemente des Theaters: Tanz – der Tanzbodenkönig, das gesprochene Wort – Holländermichel (böse Menschen haben keine Lieder!), Gesang – Peter und Lisbeth, der dicke Ezechiel, und Puppentheater – die beiden Geister, zu vereinen. Indem ich so auf die Archetypen des Theaters zurückgriff, wollte ich der Oper wieder das zurückgeben, was ihr meines Erachtens so sehr fehlt, nämlich elementare Freude am Spiel in Bild, Wort und Ton.” (Heinrich Sutermeister, im Programmheft zur Inszenierung des Oldenburgischen Staatstheaters, Spielzeit 1960/61, Februar 1961)
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