Choralquartett
Komponist: Jörg Widmann
Vorwort: Jörg Widmann
Übersetzer Vorwort (englisch): Lindsay Chalmers-Gerbracht
Übersetzer Vorwort (französisch): Dominique de Montaignac
(2. Streichquartett)
Uraufführung: 29. Juli 2003 Hitzacker, Kirche St. Johannis (D) Sommerliche Musiktage Hitzacker 2003 · Keller Quartet: András Keller, Violine; János Pilz, Violine; Zoltán Gál, Viola; Péter Somodari, Violoncello
Besetzung: Streichquartett
Verlag: Schott Music
Aufführungsdauer: 16' 0''
Kompositionsjahr: 2003
Schwierigkeit: 5
Ausgabe: Partitur und Stimmen
32 Seiten - Rückendrahtheftung
ISMN: 979-0-001-13685-3
Bestell-Nr.: ED 9748
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Beschreibung
Mein II. Streichquartett ist ein einziger langsamer Satz. Das Stück bezieht sich an keiner Stelle konkret auf Joseph Haydn’s „Sieben letzte Worte“, wäre aber ohne das Wissen um dieses Werk undenkbar. Die Haydn’sche Satzfolge von ausschließlich (bis auf das abschließende Erdbeben) langsamen Sätzen ist nach wie vor von schockierender Eindringlichkeit. Noch verstörender ist für mich das gelassene zuversichtlich-heitere Annehmen des Todes bei Haydn (das „Lächeln“ der A-Dur-Pizzikato-Terzen!).
Bei der Beschäftigung mit der Kreuzigungsthematik waren für mich der „Weg“, der „letzte Gang“ die entscheidenden Begriffe. Mein Stück beginnt am Ende eines Weges. Es sind lauter letzte Klänge, Phasen der Vergeblichkeit, die nirgendwoher kommen und nirgendwohin führen. Das entsetzliche Reiben und Schmirgeln von Haut auf Holz wird zum Thema gemacht und durch Stille verbunden mit tonal Choralhaftem.
Mich interessiert daran, wie im Verlauf des Stückes Geräusch nicht mehr für Desolates, und Tonales nicht mehr für Zuversicht steht.
Jörg Widmann
Aufnahmen
String Quartets (2008)
Jörg Widmann
Juliane Banse (Sopran) · Leipziger Streichquartett
MDG
307 1531-2
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