Fleurs du mal
Komponist: Jörg Widmann
Vorwort: Jörg Widmann
Übersetzer Vorwort (englisch): Esther Dubielzig
Übersetzer Vorwort (französisch): Christopher Hyde
Klaviersonate nach Baudelaire
Uraufführung: 26. Juni 1998 Eching b. München (D) · Anna Gourari, Klavier
Besetzung: Klavier
Verlag: Schott Music
Aufführungsdauer: 20' 0''
Kompositionsjahr: 1996, rev. 1997
Schwierigkeit: 6
32 Seiten - Rückendrahtheftung
ISMN: 979-0-001-13578-8
Bestell-Nr.: ED 9669
Beschreibung
Ein einziger Impuls, ein einziges Intervall ist das „Thema“ dieser Sonate: die kleine (Moll-!) Terz. Sie bestimmt alle Strukturen des Stückes von der kleinsten bis zur größten musikalischen Einheit. Baudelaire, Meister der Delirien und des Visionären, der diese in strenge Form zu gießen vermochte, durchdringt mit seinen Versen das Stück in mannigfaltiger Weise, bis hin zur Entsprechung von Versmaß und rhythmischer Struktur der Musik.
Warum Sonate? Weil es eine ist: dreisätzig (schnell-langsam-schnell) ineinander übergehend. Freilich ist die Sonatenhauptsatzform des ersten Satzes in ihren klassischen Proportionen stark verzerrt: die Reprise ist auf einen kleinen Bruchteil der Exposition gestaucht, kondensiert worden; der Grundgestus: eine einzige Durchführung etc. Die formale Fesselung gebiert hier klangliche Freiheitswut. Und umgekehrt. Es ist mein einziges Klavierstück der letzten Jahre, dessen Dramen ausschließlich auf der Tastatur und nicht im Flügel staftfinden.
Für den Interpreten stellen sich ähnliche Aufgaben: einen weg zwischen strenger formaler Disposition und pianistischer Ent-Fesselung zu finden.
- Jörg Widmann, 2001
Aufnahmen
Fleurs du mal (2010)
Jörg Widmann- Toccata
- Fleurs du mal
- + Robert Schumann: Nachtstücke, op. 23 · Gesänge der Frühe op. 133
Fabio Romano
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