Augustinus
Komponist: Wilfried Hiller
Librettist: Winfried Böhm
Ein klingendes Mosaik in sieben Bildern
Libretto von Winfried Böhm
Widmung: Für meinen Vater August Hiller und für August Everding
Uraufführung: 19. März 2005 München, St. Lukas-Kirche (D) · Die Singphoniker; Regina Klepper, Sopran; Sylvia Koke, Sopran; Dominik Manz, Knabensopran; Instrumentalensemble · Dirigent: Gerd Kötter · Lukas-Chor München
Besetzung: Soli, Chor und Ensemble
Orchesterbesetzung: Fl. (auch Altfl.) - 4 P. S. (auf der Empore: Rototoms · 2 Tomt. · gr. Tr. · 60 Weingläser - im Kirchenraum: Glsp. · mittelalterliches Glsp. · Zimbelspiel · Röhrengl. · Dobaci in e’ [von Stella gespielt] · Verrophon · Glashfe. · 4 Trgl. · 3 Beck. · Buckelgong · Schellenbaum · 3 Tomt. · 2 Holzzungen-Rührtr. · 4 gr. Tr. · afrikanische Schlitztr. · Woodbl. · Mark Tree · Shell Chimes · Clav. · Ratsche · Guiro · Reco-Reco · hg. Glasstäbe) (4 Spieler) (2. Dirigent erforderlich) - Hfe. · Diskant-Zither - Vl.
Personenbesetzung: Monnica · Sopran - Stella · Sopran - Adeodatus · Knabensopran - Voces · 2T2Bar2B - Chor
Verlag: Schott Music
Aufführungsdauer: 70' 0''
Kompositionsjahr: 2004
Ausgabe: Partitur
Sprache: deutsch - lateinisch
Aufführungsmaterial - leihweise
Lieferrechte: weltweit
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Beschreibung
Pantheon Die Römer rufen ihre Götter an: von Menschen hervorgebrachte Wesen, denen das Christentum, verkörpert durch Augustinus’ Mutter Monnica, den einen und wahren Gott entgegensetzt. Aber so wenig wie es die römischen Götter vermochten, gewähren die modernen Götzen mit Namen Reichtum, Macht, Ansehen, Erfolg, Geld und Lust den Menschen dauerhaftes Glück. Discipuli Augustins Studenten sind Zeugen seiner unterwürfigen Rede auf den römischen Kind-Kaiser geworden. Sie spotten über die Karrieresucht ihres Lehrers. Ein betrunkener Bettler verkündet die Botschaft, kein Mensch brauche mehr, als er besitzt. Stella Augustinus trennt sich auf Drängen seiner Mutter von seiner Geliebten Stella, um eine standesgemäße Frau zu heiraten. Der gemeinsame Sohn Adeodatus bleibt beim Vater – sein Schrei nach der Mutter hallt nach. Soliloquium Die zentrale Szene kreist um die Augustinische Umkehr: „Kehre in dich selbst zurück, und wenn du deine eigene Natur als veränderlich erkannt hast, dann überschreite auch noch dich selbst. In diesem Innersten findest du Gott, der in dir wohnt.“ Adeodatus Augustinus’ Sohn versucht mit einer Muschel das Meer auszuschöpfen. Die Philosophen und Monnica sind über das Spiel verwundert. Es entspinnt sich ein tiefsinniger Dialog; am Ende lautet die Botschaft: „Wisse, o Mensch, alles ist Gnade, alles Geschenk.“ Monnica Monnica verfällt in eine Meditation über Mensch, Zeit und Tod: „Herr, gib uns blinde Augen für Dinge, die nichts taugen, und Augen voller Klarheit in alle deine Wahrheit.“ Mors Die meditative Stimmung, die den unmittelbar bevorstehenden Tod des Augustinus ankündigt, wird jäh gestört: „Rom ist zerstört! Die Vandalen stehen vor den Toren der Stadt!“ Während der Krieg hereinbricht, rezitiert der Chor Worte aus dem „Gottesstaat“, in denen Augustinus eine kühne Parallele zwischen räuberischen Piraten und imperialistischen Räuberstaaten herstellt. Als das Kriegsgetöse abbricht, vernimmt man in vielen Sprachen die Eingangsworte der „Confessiones“: „Wer Gott sucht, wird ihn finden, und wer ihn findet, wird ihn bekennen.“ Monnicas Wunsch geht in Erfüllung: Ihr Sohn Augustinus wird in den Herzen der Menschen weiterleben.
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