Comoedia de Christi Resurrectione
Komponist: Carl Orff
Ein Osterspiel
Uraufführung: 31. März 1956 München, Fernsehstudio des Bayerischen Rundfunks (D) · Dirigent: Karl List · Inszenierung: Gustav Rudolf Sellner · Bühnenbild: Franz Mertz
Orchesterbesetzung: P. S. (2 Glsp. · Crot. · Xyl. · Bassxyl. · Marimba · Röhrengl. · Trgl. · Beck. · Tamt. · gr. Tr. · Steinspiel · Guiro · 2 Doppelratschen · Schlagkiste) - 2 Hfn. · 3 Klav. · Org. - 4 Kb. -
Die beiden Stücke "Ludus de nato Infante mirificus" und "Comoedia de Christi Resurrectione" können unter der Bezeichnung "Diptychon" zusammen als abendfüllendes Werk aufgeführt werden. Die Reihenfolge "Ludus - Comoedia" ist jedoch bindend.
Personenbesetzung: Solo-Sopran - Solo-Bass - Chor - Knabenchor - der Teufel, sechs Soldaten, sechs andere Soldaten · Schauspieler
Verlag: Schott Music
Aufführungsdauer: 40' 0''
Kompositionsjahr: 1955
Sprache: deutsch
Aufführungsmaterial - leihweise
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Beschreibung
„Die Bezeichnung ‘Comoedia’ greift auf den alten Sprachgebrauch zurück; als ‘Comoedia’ wurde jedes Spiel bezeichnet, das keinen tragischen Ausgang hat. Überdies enthielten die österlichen Mysterienspiele des Mittelalters, denen sich Orffs Werk nähert, durchaus komödienhafte Elemente [...] In diesen Osterspielen süddeutscher Herkunft mischten sich Himmlisches und Irdisches, Derbes und Zartes, Groteskes und Metaphysisches. Dieses Nebeneinander scheinbar unvereinbarer Dinge vollzog sich mit großer Selbstverständlichkeit. So eng sich Carl Orff auch an die österlichen Mysterienstücke früherer Zeiten anlehnt, so sehr kam es ihm darauf an, ähnlich wie im Weihnachtsspiel, das religiöse, übersinnliche Geschehen den Menschen unseres Jahrhunderts nahezubringen. Den Auferstandenen bildlich vor Augen zu stellen verbietet sich genauso wie die realistische Darstellung des Stalles von Bethlehem. Das eigentliche biblische Geschehen wird lediglich reflektiert. Zugleich rückt es in die Parallele zu Naturvorgängen. Zur Weihnacht wurde aus Dunkel und Schneesturm das Licht neugeboren; die österliche Auferstehung des Herrn geht in eins mit dem Erwachen der Natur im Frühling. [...] Darüber hinaus spiegelt sich in [...] beiden religiösen Spielen der unentrinnbare Zusammenhang von Geburt und Tod, Leben und Sterben; in der Pietà-Vision des Weihnachtsspiels hatte sich der Kreuzestod Christi angekündigt, im Osterspiel wird dieser Gedanke von Leiden und Auferstehung sinngerecht, allgemein menschlich und natursymbolisch gespiegelt weitergeführt.” (Karl Schumann; Beiheft zur Carl Orff 100 Years Edition, BMG–RCA classics)
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