Ein Landarzt
Komponist: Hans Werner Henze
Dichter der Textvorlage: Franz Kafka
Oper in einem Akt, eine wortgetreue Vertonung der gleichnamigen Erzählung von Franz Kafka
Neue Fassung (Theatereinrichtung der gleichnamigen Rundfunkoper)
Englische Übersetzung von Wesley Balk
Uraufführung: 30. November 1965 Frankfurt/Main, Städtische Bühnen (D) · Dirigent: Wolfgang Rennert · Inszenierung: Hans Neugebauer · Kostüme: Hans Neugebauer · Bühnenbild: Hans Neugebauer
Orchesterbesetzung: 1 (auch Picc.) · 1 · Engl. Hr. · 1 · Bassklar. · 1 · Kfg. - 2 · 2 · 1 · 1 - P. S. (Trgl. · 2 Röhrengl. · hg. Beck. · Beckenpaar · Tamt. · 3 Tomt. · kl. Tr. · gr. Tr. [m. u. o. Beck.] · Clav. · Guiro · Trinidad steel drums · Tempelbl. · Xyl. · Vibr. · Marimba) (3 Spieler) - Hfe. · Cel. · 3 Klav. (1. u. 2. präp. Klav.) · Org. - Str.
Personenbesetzung: der Landarzt · Bariton - der Pferdeknecht · Tenor - der Patient · Knabenstimme - der Vater · Bass - Rosa · Sopran - die Tochter · Sopran - die Mutter · Alt - Kinderchor (Sopran, Alt)
Verlag: Schott Music
Aufführungsdauer: 26' 0''
Kompositionsjahr: 1964
Sprache: deutsch - englisch
Aufführungsmaterial - leihweise
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Beschreibung
Der Landarzt wird zu einem Kranken gerufen. Für die Fahrt steht unversehens ein seltsames Pferdegespann samt Kutscher bereit. Während Rosa, das Hausmädchen des Landarztes, von dem unheimlichen Kutscher bedroht wird, reißen die Pferde den Arzt mit sich, ohne dass dieser dem Mädchen zu Hilfe kommen kann. Der Kranke ist ein Junge; er hat in der Hüftgegend eine offene Wunde, in der blutige Würmer sichtbar sind. Der Arzt kann nicht helfen, und so wandelt er sich selber zum Patienten. Er legt sich zu dem Jungen und muss sich von diesem sagen lassen: „Statt zu helfen, engst du mir mein Sterbebett ein.“ Die offene Wunde lässt den Arzt-Patienten wieder an die bedrängte Rosa zu Hause denken. Rasch will er zu ihr zurück, doch die Pferde gehen jetzt langsam, viel zu langsam. Schließlich muss der Landarzt alle Hoffnung fahren lassen. Er bleibt zurück, „nackt, dem Froste dieses unglückseligen Zeitalters ausgesetzt” (Franz Kafka).
"Es ist da einmal der Zustand des von allen guten Geistern Verlassenen, der des Ausgesetztseins, der furchtbarsten, wie von unsichtbaren „höhern Orts“ wirkenden Mächten „angeordneten“ Einsamkeit. Es ist von Betrug die Rede, vom Selbstbetrug, vom Betrügen und vom Betrogenwerden, von der Bodenlosig- und Unzuverlässigkeit der Dinge des Lebens, angefangen bei den einfachsten (oder banalsten) und aufgehört beim Metaphysischen und bei der Groteske."
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