Die Seejungfrau / Sinfonische Gesänge
Komponist: Alexander Zemlinsky
Interpret: Ortrun Wenkel
Booklettextautor: Klaus Schweizer
Dirigent: Vaclav Neumann - Zoltán Peskó
Orchester/Ensemble: SWF-Sinfonieorchester Baden-Baden
Verlag: Wergo
Ausgabe: CD
Bestell-Nr.: WER 62092
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Beschreibung
Der Wiener Komponist und Dirigent Alexander Zemlinsky, Zeitgenosse Mahlers, Schönbergs, Weberns und Bergs, hatte es sich - als Mann der Praxis - zum Ziel gemacht, eine "aufführbare" Musik zu schreiben. Die beiden auf dieser CD vorliegenden Werke bezeugen eindringlich die gestalterische Vielseitigkeit, über die Zemlinsky souverän verfügte.
1905 gelangte Zemlinskys Sinfonische Dichtung "Die Seejungfrau" in Wien zur Uraufführung, wurde von Publikum und Kritik überwiegend beifällig zur Kenntnis genommen - und vergessen. Erst im Jahr 1984 kam es zu einer denkwürdigen Zweitaufführung, nachdem der unidentifizierte Teil 1 wieder mit den in die USA verbrachten Teilen 2 und 3 zu einer Gesamtpartitur zusammengefügt worden war.
Die "Sinfonischen Gesänge" op. 20 scheinen einen anderen Komponisten als denjenigen der "Seejungfrau" zum Urheber zu haben. Fast drei Jahrzehnte liegen zwischen der bald zart verspielten, bald leidenschaftlich aufbegehrenden Sinfonischen Dichtung und den sehr direkt sich mitteilenden Orchesterliedern.
Neue sozialpolitische Ideen hatten den Europäern auch die Augen für die Kulturen anderer Kontinente geöffnet. Der Jazz der Schwarzen fegte wie ein Wirbelsturm durch die westlichen Konzertsäle, die bisherigen Kunstansichten gerieten ins Wanken. Zemlinsky nahm diese streng antiromantischen Tendenzen hellhörig, aber durchaus kritisch zur Kenntnis. Fremde Idiome sollten einfließen können, ohne selbst dominant zu werden. Zemlinskys Werke, die frühen und die späteren, zeugen von der hellwachen Anteilnahme am musikalischen Geschehen seiner Zeit, von seltener künstlerischer Wahrhaftigkeit, ja Humanität.
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