Dokumentaroper (aus: "Irrenoffensive")
Komponist: Helmut Oehring
Interpret: Gabriela Arndt - Gerlinde Demel - Salome Kammer - Georg Morawietz - Torsten Ottersberg - Christina Schönfeld - Ulrike Zech
Booklettextautor: Iris ter Schiphorst
Dirigent: Roland Kluttig
Orchester/Ensemble: Kammerensemble Neue Musik Berlin
Uraufführung: 1995 Witten · Tage für Neue Kammermusik · Kammerensemble Neue Musik Berlin · Roland Kluttig
Verlag: Wergo
Kompositionsjahr: 1994
Ausgabe: CD
Bestell-Nr.: WER 65342
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Beschreibung
"Meine Musiken kreisen um das Problem, dass Leute überhaupt Sprache und damit Beziehungen haben. Und sie ist Redaktion auf einen Mangel, Ersatz für Vermisstes, Ausfüllen einer Leere, Fixieren einer Losheit."
Helmut Oehring, Sohn gehörloser Eltern und als Musiker und Komponist in jeder Hinsicht Autodidakt: mit 15 auf der Gitarre begonnen, mit 17 Ausbildung zum Baufacharbeiter, danach Hausmeister, NVA-Dienstverweigerer, Küster, Friedhofsgärtner, Waldarbeiter, Heizer ..., mit 25 Noten gelernt, mit 29 Meisterschüler bei Georg Katzer an der Akademie der Künste zu Berlin, im gleichen Jahr den bedeutendsten Komponistenpreis der ehemaligen DDR (Hanns Eisler) für "Koma", ein Jahr später für das erste Orchesterstück den WDR-Preis, für die 3. Kammeroper den internationalen Orpheus-Preis ...
"Eigentlich hat alles damit begonnen, dass ich angefangen habe, Musik aufzuschreiben ... Plötzlich war da eine Möglichkeit ... Das hat damit zu tun, dass es für Gebärdensprache keine Schrift gibt."
Die "Dokumentaroper" entstand 1994, Anfang 1995 im Auftrag der Wittener Tage für neue Kammermusik und gehört zum Zyklus (aus: Irrenoffensive), der sämtliche Arbeiten mit Gehörlosen umfasst. Sie ist ein Dokument über das Scheitern von Sprache. Über die Grenzen von Kommunikation. Über die (Un-)Möglichkeit von Schrift. Und Musik.
Verstehen Sie? Die Körper, die nicht hören können. Verstehen Sie? Die Körper, die nicht sehen können.
Wo ist die Ohrenklinik? Wo ist die Augenklinik?
Ein Libretto existiert nicht, weder formal, noch inhaltlich. Es gibt keine Rollen, keine Dialoge, weder einen imaginären Schauplatz noch irgendwelche Handlungen.
Alles ist Szene. Aber die Szene ist nicht alles.
Wenn ich etwas dokumentiere, steht es für nichts. Nur für sich selbst.
In diesem Falle irrt Oehring. Oder ich.
(Iris ter Schiphorst)
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