Streichquartette 1-5
Komponist: Hans Werner Henze
Booklettextautor: Hans Werner Henze
Orchester/Ensemble: Arditti Quartet
Verlag: Wergo
Ausgabe: 2 CDs
Bestell-Nr.: WER 60114-50
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Beschreibung
Wer meine Entwicklung verstehen will, die Herkunft meiner heutigen Schreibweise benennen, die Herkunft ihrer Melodik, Syntax, meines Formgefühls, tut gut daran, meine Musik von ihren Anfängen her zu betrachten, von ihren schwierigen, ungeschulten aber lebenslustigen Sprech- und Gehversuchen her.
1. Streichquartett (1947): Meine frühen Stücke vom Ende der vierziger Jahre zeigen die geradezu bestürzende Unfertigkeit, Unterinformiertheit und Abhängigkeit des Lernenden, der, aus der faschistischen Blockade entlassen, hungrig und ohne Kriterien nach allem greift, das ihm begegnet und das ihm neu vorkommt, anders, besser, wenn es nur neu ist und schön und keine Erinnerungen an schlechte Erfahrungen mit sich bringt...
2. Streichquartett (1952): Vier oder fünf Jahre später machte ich einen erneuten Versuch mit dem schwierigen Genre. Inzwischen hatte die Begegnung mit René Leibowitz stattgefunden, und die Musik der Wiener Schule hatte ihren überwältigenden Einfluß auf uns, die junge Generation, auszuüben begonnen. Es gab damals kaum jemanden, der es nicht für dringend nötig gehalten hätte, sich mit diesem gewaltigen Erbe auseinander zu setzen. So ist auch mein 2. Quartett als ein beredtes Zeugnis solcher Beschäftigung zu sehen...
3. Streichquartett (1975/76): Das 3. Quartett ist Anfang 1976 angefertigt worden, kurz nach Beendigung der Partitur von „We come to the River“. Es ist ein einsätziger, vierstimmiger Trauergesang, eine Instrumentalmotette, in der Manier eines Ricercare konstruiert...
4. Streichquartett (1976): Das 4. Streichquartett hat eine für meine Verhältnisse recht weitgehende experimentelle Komponente. Viele musikalische und unmusikalische Erfahrungen der frühen siebziger Jahre (darunter solche, die das 3. Quartett verursacht haben) spielen hinein...
5. Streichquartett (1976/77): Das Werk ist nicht nur kompakter und dichter als das vierte, es scheint ihm auch inhaltlich und stilistisch entgegengesetzt. Es nimmt das Spektakluäre zurück, es erinnert sich an den historischen Begriff vom Streichquartett als einem Ort der Verinnerlichung, der äußersten Konzentration, des Besinnlichen...
(Auszüge aus dem Hüllentext von Hans Werner Henze)
Die CD wurde mit dem Deutschen Schallplattenpreis (Deutsche Phonoakademie) ausgezeichnet.
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