Ballettmusik im 19. und 20. Jahrhundert

Autor: Jörg Rothkamm

Dramaturgie einer Gattung

Verlag: Schott Music
Sprache: deutsch
Reihe: Musikwissenschaft
384 Seiten - Hardcover
ISBN: 978-3-7957-0775-0
Bestell-Nr.: ED 21307

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Beschreibung

Neben Choreographie und Szenerie ist Musik traditionell Bestandteil des Balletts. Zahlreiche Komponisten schrieben originäre Ballettmusiken und brachten in zentralen Werken dieser Gattung musikhistorisch relevante, vielfach experimentelle Lösungen hervor.

Die vorliegende Monographie untersucht Kompositionsstruktur und Gattungsgeschichte der Ballettmusik im 19. und 20. Jahrhundert. Unter Berücksichtigung umfangreichen Quellenmaterials werden rund zwanzig repräsentative Ballettmusiken – von Beethoven bis Schnittke – exemplarisch analysiert und interpretiert. Dabei reicht die Darstellung von der mehraktigen Nummerndramaturgie des 19. Jahrhunderts bis zu freieren Formen im 20. Jahrhundert.

Die spezifische Dramaturgie von Ballettmusik mit ihren wesentlichen Musiktypen, darunter Pantomime- und Pas-Musik, kann auf diese Weise näher bestimmt werden. In Abgrenzung von anderen Gattungen des Musiktheaters ist dabei der besondere Choreographie- und Handlungsbezug für originäre Ballettmusik charakteristisch.

Inhalt

Dank
Einleitung
I. 19. Jahrhundert
Antizipation romantischer Ballettmusikstrukturen: «Die Geschöpfe des Prometheus» (1801) von Ludwig van Beethoven
Doppeltes Zeichen: Die Technik der „airs parlants“ am Beispiel von Ferdinand Hérolds «La fille mal gardée» (1828)
Dialogähnliche und aktionsbezogene Musik: «Sylphiden» von Herman Løvenskjold (1836)
Gattungsspezifisch komponiert? Französische und deutsche Pantomime-Musik in Ballett, Oper und Schauspiel zwischen 1828 und 1841
Erinnerungsmotive im Ballett: Adolphe Adams «Giselle» (1841)
Differenzierung der Erinnerungsmotivik und Gattungsmerkmale jenseits des Musiktheaters: Léo Delibes' «Coppélia» (1870)
Pas-Musik und Leitmotivik im Ballett: «Schwanensee» («Lebedinoe ozero») (1877), «Dornröschen» («Spjaščaja krasavica») (1890) und «Nussknacker» («Šcelkunčik») (1892) von Pëtr Čajkovskij
Spezialistenmusik? «Bajaderka» (1877/1900) von Ludwig Minkus – mit einem Blick auf «Don Kichot» (1869)
II. 20. Jahrhundert
Choreographisch-musikalisch konzipiert? Igor’ Stravinskijs «Le sacre du printemps» (1913)
Tradition und Innovation: Igor’ Stravinskijs «Apollon musagète» (1928) und das Erbe Čajkovskijs
Sergej Prokof’evs «Romeo i Džul’etta» («Romeo und Julia») (1939/40): Choreographiebezogene Parameter der Musik
„Eine Oper ohne Sänger“. Zur Zusammenarbeit von Hans Werner Henze und Frederick Ashton bei «Undine» (1958)
«Présence» von Bernd Alois Zimmermann/John Cranko (1961/68) – „eine elementare gegenseitige Durchdringung von Ballett- und Musikstrukturen“?
Rhythmische Synchronizität zwischen Musik und Choreographie: «Pas de cinq» von Mauricio Kagel (1965) als „Instrumentales“ und „Imaginäres Theater“ – ein Exkurs
«Peer Gynt» von Alfred Schnittke und John Neumeier (1989): Polystilismus in Musik und Tanz
III. Fazit
IV. Anhang
Abkürzungsverzeichnis
Quellenverzeichnis
Literaturverzeichnis

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