Werk der Woche - Arnold Schönberg: A Survivor from Warsaw

Mit nur 99 Takten schafft es Arnold Schönberg in seinem monumentalen Werk A Survivor from Warsaw, das Leiden und die Unterdrückung eines ganzen Volkes darzustellen. Das Stück für einen Sprecher, Männerchor und Orchester ist am Sonntag, dem 20. November, im Bremer Dom zu hören. Die Bremer Philharmoniker, der Domchor und Sprecher Klaus Mertens führen die Kantate unter der Leitung von Tobias Gravenhorst auf.

Die von Schönberg selbst verfasste Erzählung beschreibt den Terror des NS-Regimes anhand eines typischen Szenarios im Warschauer Ghetto. Der enge Bezug der Musik zum Text steht bei der bildhaften Schilderung eines Appells im Vordergrund. Für den Schlussteil des Männerchors greift der Komponist auf das jüdische Glaubensbekenntnis "Shema Yisroel" zurück.

Dieses Meisterwerk ist aufgrund seiner schöpferischen Notwendigkeit des Verhältnisses Text - Musik und Musik - Hörer das ästhetische musikalische Manifest unserer Epoche. (Luigi Nono)

Wegen eines Augenleidens konnte Schönberg zunächst nur ein Particell anfertigen, das unter seiner Aufsicht vom Komponisten Réne Leibowitz in eine Partitur übertragen wurde; die Uraufführung fand im Jahr 1948 in den USA statt. A Survivor from Warsaw zählt zu den bekanntesten Werken von Arnold Schönberg. Das Aufführungsmaterial ist seit wenigen Wochen bei Schott Music erhältlich und stellt eine große Bereicherung unseres Kataloges dar.

Foto Warschauer Ghetto: Deutsches Bundesarchiv

(14.11.2011)



Weitere News der Rubrik Werk der Woche
News-Suche  Artikel weiterempfehlen

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter