Nino Rota: 100. Geburtstag am 3. Dezember 2011

"Für mich bedeutete Komponieren nie Arbeit", sagte Nino Rota einmal. Es mag daran liegen, dass Rota bereits von Kindesbeinen an mit Musik vertraut war, das Komponieren zusammen mit dem Schreiben probierte und das Singen gleichzeitig mit dem Sprechen begann. Die auf einen Zettel notierte La mia prima canzone zeigt eine ebenso ungelenke Schreib- wie Notenschrift. Für das in Mailand geborene Wunderkind war das Erschaffen von Musik das Natürlichste der Welt. Seine Mutter war klug genug, keine Ambitionen einer Eislaufmutter zu entwickeln, sondern stattdessen für eine solide und kindgerechte Ausbildung zu sorgen. Instrumentation und Formgebung beherrschte der hochbegabte Junge ebenso rasch wie das Führen großer Klangkörper: Bereits mit elf Jahren stand er am Pult eines professionellen Orchesters und dirigierte die Uraufführung seines großen Oratoriums L'infanzia di San Giovanni Battista.

Als Erwachsener beschäftigte sich der begnadete Melodienerfinder fast pausenlos mit dem Komponieren von Filmmusik und erlangte mit seinen rund 150 Soundtracks Weltruhm. Diesem Schaffen steht ein nicht minder gewaltiges Œuvre von Konzertwerken, geistlicher Musik und Musiktheater gegenüber, das in der öffentlichen Wahrnehmung gegenüber dem Filmmusikschaffen in den Hintergrund getreten ist. So wurden manche Werke jahrzehntelang nicht aufgeführt, andere erst gar nicht veröffentlicht. Rota selbst sah zwischen den beiden Seiten seines Schaffens keinen qualitativen Unterschied:

Es gibt nicht zwei Nino Rota. Ja, die Musik, die Ihr jetzt gerade gehört habt, ist weniger bekannt als die Hauptmelodie von Armacord. Für mich aber ist es die gleiche Musik. Es ist meine Musik. Den Unterschied erfinden die anderen.

Erst nach Rotas Tod erstarkte das Interesse an seiner "ernsten" Musik, das bis heute andauert. Bei Schott erscheinen regelmäßig Erstveröffentlichungen von bis dato nicht erhältlichen Werken, so kürzlich das Allegro danzante für Klarinette und Klavier. Im kommenden Jahr freuen wir uns auf die Veröffentlichung von Il richiamo, einem Quintett für Streicher und Sopran. Kürzlich haben wir ein Verzeichnis aller bei Schott erhältlichen Werke von Rota publiziert (rechts), das wir Ihnen gerne kostenlos zusenden.

(01.12.2011)



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