Werk der Woche - Toshio Hosokawa: Autumn Wind

Am 11. September hebt der Solist Tadashi Tajima (Foto) gemeinsam mit der Filarmonica ’900 unter der Leitung von Daniel Kawka Toshio Hosokawas neustes Werk Autumn Wind für Shakuhachi und Orchester beim Settembre Musica in Turin aus der Taufe. Längst ist Hosokawa mit zahlreichen Aufführungen und Kompositionsaufträgen einer der großen Protagonisten der internationalen Musikszene. Für das Festival MITO Settembre Musica schrieb er nun ein Werk für ein seltenes Soloinstrument. Das Shakuhachi, eine traditionelle japanischen Bambusflöte, wurde von Hosokawa auch in früheren Werken - darunter Voyage X und Fragmente I - eingesetzt. Auch andere Komponisten komponierten für das Instrument, darunter der Japaner Toshio Ichiyanagi, Xiaogang Ye aus China und der britische Komponist Gavin Bryars.

Hosokawa selbst sagt über das Stück:

Trotz seiner Einfachheit ermöglicht das Shakuhachi ein umfangreiches Klang- und Ausdrucksspektrum: Es kann sowohl sehr grelle als auch anmutige Klänge hervorbringen. In diesem Konzert verkörpert das Shakuhachi den Menschen, während das Orchester als Universum, das unabhängig vom Dasein des Menschen existiert, zu verstehen ist. Der dem Shakuhachi anvertraute Gesang des Menschen wird mit der Natur, dem Ursprung allen Lebens, durch einen immer intensiveren Dialog zwischen Shakuhachi und Orchester verbunden.

Eine weitere Aufführung von Autumn Wind findet beim Festival Settembre Musica mit den gleichen Interpreten am 12. September im Auditorium di Milano Fondazione Cariplo statt.

Neue Musik von Toshio Hosokawa können Sie auch in Berlin erleben, wo am 8., 10., 11. September sein Werk Singing Garden in Venice im Berliner Radialsystem V mit Solisten der Akademie für Alte Musik Berlin und dem Blockflötisten Jeremias Schwarzer uraufgeführt wird.

(05.09.2011)



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