Werk der Woche - Karl Amadeus Hartmann: 4. Symphonie

Bei ihrem Heimspiel bei den Salzburger Festspielen tritt die Camerata Salzburg am 12. August unter der Leitung von Kent Nagano mit Karl Amadeus Hartmanns 4. Symphonie auf. Am 13. August folgt ein weiteres Konzert mit gleichem Programm beim Festival International de Musique Sion Valais in der Schweiz und am 14. August beim Festival de Musique Menton in Frankreich.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden Werke von Komponisten wie Hartmann mit Aufführungsverboten belegt. Hartmann griff später seine Kompositionen aus der Zeit seines "inneren Exils" auf und unterzog sie der Bearbeitung und Ergänzung. So auch die 4. Symphonie, die in ihrer überarbeiteten Gestalt 1948 in München zur Uraufführung kam.

Ursprünglich basierte das Werk auf seiner 1938 geschriebenen Symphonie für Streicher und Sopran. Später ersetzte Hartmann den vokalen Schlusssatz, das Lied "Epitaph auf einen Krieger", durch einen neu komponierten Instrumentalsatz. Es entstand eine Symbiose aus klassischer Sinfonieform und Hartmanns Personalstil. So kehrt er die dreisätzige Form um und umgibt das schnelle Allegro di molto (resoluto) mit zwei langsamen Ecksätzen - Lento assai und Adagio apassionato. Dabei integriert er serielle Stilmittel wie Zwölftonreihen.

Von expressivem, trauervollem Ernst über aggressive Rhythmik bis hin zu intensiver Leidenschaft – Hartmanns Symphonie beschreitet einen emotionalen Weg durch strukturierte Technik und moderne Ausdruckskraft.

Im Herbst ist Hartmanns 4. Symphonie auch in Deutschland zu hören: Christoph Poppen und das Stuttgarter Kammerorchester bringen sie am 14. Oktober im Theaterhaus Stuttgart zur Aufführung.

(08.08.2011)



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