Hans Werner Henzes Werke zwischen Sinfonik und Musiktheater

Hans Werner Henze: Symphonies 3–5

In seinem Essay Über Instrumentalkomposition von 1963 stellt Hans Werner Henze fest: „Alles bewegt sich auf das Theater hin und kommt von dort her zurück. (…) In den Orchesterstücken ist es in sichtbarer Nähe, obwohl das Typische bestimmter Überlieferungen der Sinfonik im Auge behalten wird.“

Henzes Sinfonien Nr. 3, 4 und 5 bewegen sich innerhalb eben dieser Verknüpfung von Musiktheater und Sinfonik. Eine erste Annäherung wird bereits in der 3. Sinfonie spürbar: „Dieses Stück habe ich (…) komponiert mit dem Bestreben, den Begriff ,Sinfonik’ von der Vorstellung klassischer und romantischer Formen zu trennen. Der Hörer darf also hier nicht jene Elemente suchen wollen, die der Sinfonie des
19. Jahrhunderts eigen waren.“

Bereits die 4. Sinfonieist dann ganz konkret mit Henzes eigenem Musiktheaterschaffen verknüpft: Sie bildete ursprünglich das Finale des 2. Akts seiner Oper König Hirsch.

Auch in der 5. Sinfonie gibt es einen Bezug zum Musiktheater: Ein in allen drei Sätzen auftauchendes „Leitmotiv“ entstammt Henzes Lied „My own, my own“ aus seiner Oper Elegie für junge Liebende. Wie bei der Vierten kehrt die Musik hier also vom Theaterboden in die Sinfonik zurück.

Hans Werner Henze: Symphonies 3–5

Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Marek Janowski
WER 67232 (CD)


3. Sinfonie   für großes Orchester

                       I. Anrufung Apolls

                       II. Dithyrambe

                       III. Beschwörungstanz

4. Sinfonie   für großes Orchester in einem Satz

5. Sinfonie   für großes Orchester

                       I. Movimentato

                       II. Adagio

                       III. Moto Perpetuo

 

(02.05.2011)



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