Werk der Woche - Carl Orff: Tanzende Faune

Der 18jährige Carl Orff (Foto) vollendete sein Werk Tanzende Faune als op. 21 im Januar 1914. Erst 1995, also rund 80 Jahre nach der Fertigstellung, wurde dieses frühe Werk des großen Komponisten durch das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunds in der Philharmonie am Gasteig uraufgeführt.

Seit 2010 findet in München mit den Orff-Tagen der Bayerischen Philharmonie ein jährliches Festival zu Ehren des Komponisten statt. Bei der diesjährigen Auflage am 20. und 21. April werden das Münchner Jugendorchester, die Junge Münchner Philharmonie und das Kammerorchester der Bayerischen Philharmonie unter der Leitung von Mark Mast das Orchesterspiel Tanzende Faune aufführen.

Nicht nur der Titel erinnert an Claude Debussys "Prélude a l'après-midi d'un faun". Vor allem in der Musik ist die Faszination des jungen Orff für sein Vorbild zu spüren. Intelligent nutzt er Debussys Werk als Stilstudie und schafft ein eigenständiges, gültiges spätimpressionistisches Werk. Der bei Orff immer präsente Aspekt der Rhythmik und Motorik überlagert auch hier das Schwelgerische und so bezeichnete er selbst die Tanzenden Faune als "verkapptes Tanzstück für die Bühne".

In den beiden Konzerten im Rahmen der Münchner Orff-Tage sind noch weitere Werke von Orff zu hören. Die weltberühmten Carmina Burana dürfen ebenso wenig fehlen wie ihr Schwesterwerk Catulli Carmina.

Gemälde: Heinrich Dreber "Reigen", 1860

(18.04.2011)



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