Lee Hoiby 85-jährig verstorben

Schott Music trauert um den US-Amerikanischen Komponisten Lee Hoiby. Der Meister der Oper und des Liedes ist am 28. März im Alter von 85 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit in New York City verstorben.

Hoibys musikalische Fantasie war eine Konstante seines langen künstlerischen Schaffens. Sein vielgestaltiges Œuvre umfasst Opern, Oratorien, Chorwerke, Solokonzerte, Kammermusik, Liederzyklen und mehr als 100 Einzellieder. Entgegen dem Zeitgeist blieb Hoiby dem tonalen Komponieren zeitlebens treu. In seiner Musik verbindet sich melodischer Einfallsreichtum mit struktureller Strenge. Hoiby suchte die Abgeschiedenheit der Catskill Mountains in den New Yorker Appalachen, um hier eine friedliche Balance zwischen künstlerischer Arbeit und Freiheit zu finden.

Kürzlich beschrieb Hoiby sein Leben als Komponist so:

Für mich hat das Komponieren von Musik eine gewisse Ähnlichkeit mit der Archäologie. Es benötigt ausdauerndes Graben, um den Schatz zu suchen und zu finden. Das Wesentliche ist die Fähigkeit, zwischen einem Schatz und dem Stein daneben zu unterscheiden und zu bemerken, wenn man am falschen Platz gräbt. Der Archäologe nimmt einen weichen Pinsel und wischt einen halben Teelöffel auf einmal weg. Musikalisch sind das ein paar Noten oder ein Akkord. Manchmal enthüllt das Wischen ein besonderes liebliches Ding, das dort sehr lange vergraben war.

Hoiby hinterlässt seinen Partner und langjährigen Mitarbeiter Mark Shulgasser. Anstatt Blumen werden Spenden für die American Virtuosi Foundation erbeten. Die Stiftung unterstützt das Lee Hoiby Institute for American Music, das sich dem Vermächtnis Hoibys widmen wird. In Kürze sind weitere Informationen dazu unter www.leehoibyinstitute.org zu finden.

Ein Gedenkgottesdienst wird in diesem Frühling in der Cathedral of St. John the Divine in New York City abgehalten. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

(29.03.2011)



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