Werk der Woche - Dieter Schnebel: "behütet..." - Psalm 121

Das noch junge Festival Salzburg Biennale erlebt in diesen Tagen seine 2. Auflage. An jedem der vier Wochenenden im März wird ein Künstler Ausgangspunkt für eine Konzert- und Veranstaltungsreihe. Im Rahmen von ZOOM III vom 18. bis 20. März gilt die besondere Aufmerksamkeit dem Komponisten Dieter Schnebel.
Auch eine Uraufführung eines neuen Werks ist bei ZOOM III zu erleben: Am Nachmittag des 19. März findet ein Chorkonzert mit der Schola Heidelberg unter der Leitung von Walter Nußbaum in der Christuskirche in Salzburg statt. In diesem Konzert wird Schnebels „behütet...“ – Psalm 121 zur Uraufführung gebracht.

Im katholischen Ritus ist der 121. Psalm als Wallfahrtslied Bestandteil des Reisesegens. In der christlichen Tradition wird er auch im Rahmen der Sterbebegleitung und bei kirchlichen Trauerfeiern verwendet. Der Psalm wurde bereits mehrfach vertont - in deutscher Sprache ist die wohl bekannteste Fassung Felix Mendelssohn-Bartholdys Hebe deine Augen auf aus seinem Elias.

Inhaltlich beginnt der Psalm mit einem bangen Blick aus der Talsohle hinauf zu den gefahrvollen Bergen, die drohend vor dem Wanderer aufragen, setzt dann aber zunehmend Worte der Zuversicht dagegen. Die musikalische Umsetzung kommentiert solchen Inhalt mit Klängen der Tiefe und Geräuschen der Angst, die freilich allmählich von lichten Tonlinien durchsetzt werden. Insgesamt ist es ein Lied der Zuversicht und der schöne, in den Alpenländern beheimatete Gruß „Behüo God“ bzw. „Büätdi“ könnte das Motto des Stücks sein. (Dieter Schnebel)

Im nächsten Programmblock spielt das Sinfonieorchester der Universität Mozarteum am 27. März unter der Leitung von Jonathan Stockhammer unter anderem das Trompetenkonzert Nobody knows de trouble I see von Bernd Alois Zimmermann. Soloist ist William Forman.

(14.03.2011)



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