Werk der Woche - Heinrich Sutermeister: Raskolnikoff

Am 26. Februar 2011 feiert mit Heinrich Sutermeisters Oper Raskolnikoff eine neue Produktion des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters in Flensburg Premiere. Die musikalische Leitung übernimmt Generalmusikdirektor Mihkel Kütson, die Inszenierung stammt von Matthias Schönfeldt. In der Titelrolle ist der junge Opernstar Manolito Mario Franz zu erleben. Mit dieser Produktion gedenkt das Theater dem Schweizer Komponisten, der im vergangenen August 100 Jahre alt geworden wäre.
Die zweiaktige Oper basiert auf dem Roman "Schuld und Sühne" von Fjodor Dostojewski. Peter Sutermeister, der Bruder des Komponisten, schrieb den Roman für das Opernlibretto um. Dabei entwickelte er eine völlig neue Gestalt in die Handlung hinein - Raskolnikoffs zweites Ich, die dunkle Seite seines Charakters, die die gute zu einem Mord anstiftet. Und so heißt der Name des Protagonisten übersetzt "der Gespaltene". Das dunkle Ich versucht im Verlaufe des Stücks mehr und mehr von Raskolnikoff Besitz zu nehmen und ihn dazu zu bringen, das Wissen über den Mord mit ins Grab zu nehmen. Am Ende ist der Protagonist jedoch aus Liebe bereit, für seine Schuld zu büßen und befreit sich von seiner dunklen Seite.
Der Komponist führt die Sprachtechnik seines Bruders auch im Orchester durch. Aus eins macht er zwei: den abgespaltenen Klangkörper schickt er hinter die Bühne. (…) Sutermeister versteht sich auf alle Arten von musikalischer Illustration. Er verwendet neben Sing- auch Sprechstimmen in allen Lautstärken, von kaum hörbarem Geflüster bis zu polterndem Fluchen. Er schreibt Chöre in allen Klangformen: unbegleitete und instrumental unterlegte, Nah-, Fern- und Summchöre. (aus: Der Spiegel 19/1949)
Bis zum 24. April ist Raskolnikoff am Schleswig-Holsteinischen Landestheater an den Spielstätten Flensbug, Schleswig und Rendsburg zu erleben.
Szenenfoto: Andreas Zauner/Schleswig-Holsteinisches Landestheater
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