Werk der Woche - Erich Wolfgang Korngold: Die tote Stadt

Am 26. November präsentiert die Finnische Nationaloper in Helsinki die nationale Erstaufführung von Erich Wolfgang Konrngolds Oper Die tote Stadt unter der musikalischen Leitung von Mikko Franck. Das Werk wird in der neuen Inszenierung des dänischen Regisseurs Kasper Bech Holten aufgeführt, der im letzten Jahr internationale Anerkennung für seinen Kopenhagener "Ring" bekam. Das Bühnenbild stammt von Es Devlin, die Kostüme von Katrina Lindsay.
Die Erfolgsgeschichte der 1919 vollendeten Oper verlief nicht ungebrochen. Es ist durchaus ungewöhnlich, dass ein so berühmtes Werk wie Die tote Stadt rund 90 Jahre nach seiner Entstehung noch nationale Erstaufführungen in Europa erlebt (2009 in Großbritannien, 2010 in Dänemark und jetzt in Finnland). Dabei war Die tote Stadt nach ihrer triumphalen Uraufführung 1920 in Hamburg und Köln zunächst eine der gefragtesten Opern überhaupt und begründete den frühen Ruhm des damals erst 23-jährigen Komponisten:
Seit Musik zum ersten Mal für ein Theater geschrieben wurde, hat es noch nie einen Komponisten gegeben, der in so einem jungen Alter so viel erreichte. Ein jugendlicher Sturm bricht über uns herein..., so ein Kritiker anlässlich der Wiener Premiere von 1921.
Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde die Musik des jüdischen Komponisten jedoch verboten und Korngold musste 1933 – wie viele andere Künstler – in die USA emigrieren. Nach dem Krieg wurden Korngolds Werke vom europäischen Musikleben, das ihm seine zeitweise Hinwendung zur Filmmusik nicht verzieh, vielfach mit Nichtbeachtung bestraft und geriet zunehmend in Vergessenheit. Selbst Die tote Stadt konnte erst in den letzten Jahrzehnten wieder an ihren ursprünglichen Erfolg anknüpfen. Mit der finnischen Erstaufführung schreitet die erfreuliche Korngold-Renaissance weiter voran.
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