Uraufführung: Ingomar Grünauer – Cantor

Mit großem Erfolg fand am 10. November im Opernhaus Halle die Uraufführung der Oper Cantor - Die Vermessung des Unendlichen von Ingomar Grünauer statt. Im Vorjahr war die Uraufführung noch aus finanziellen Gründen kurzfristig abgesagt worden - jetzt wurde sie mit lang anhaltendem Beifall nachgeholt.

Der österreichische Komponist Ingomar Grünauer komponierte seine Oper im Auftrag des Opernhauses Halle. Sie ist der herausragende Beitrag des Opernhauses zum Stadtjubiläum "1200 Jahre Halle“. In Cantor geht es um die Tragödie des genialen Mathematikers Georg Cantor, der von 1869 bis 1913 als Professor der Universität Halle bahnbrechende Entdeckungen machte, doch von anderen Wissenschaftlern nie Anerkennung erhielt. "Besonders reizte mich die extreme Spannung im Leben Cantors: sein Schwanken zwischen höchster Euphorie in seinen Visionen von der Freiheit des Denkens und seine Abstürze in tiefste Depression“, so Grünauer.

Fotos: Oper Halle / Gert Kiermeyer
Publikum und Presse reagierten positiv auf Grünauers kantable und erzählerisch starke Opernkomposition. Die FAZ sprach von einem "Kassenschlager“, der sich durch einen sehr starken Vorverkauf andeutet. Besonders hob die Kritik die Leistung des Hauptdarstellers Axel Köhler hervor, dem Grünauer die Rolle des Cantor auf den Leib geschrieben zu haben scheint. Köhler faszinierte sowohl als Countertenor und Bariton als auch als Geiger in einer Rolle. Das Publikum bejubelte ihn "enthusiastisch“ (Neues Deutschland) und feierte Ingomar Grünauer auf der Bühne.
(15.11.2006)



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