100 Jahre "Der Feuervogel"

Vor 100 Jahren erlebte Igor Strawinsky sein Ballett Der Feuervogel zum ersten Mal auf der Bühne. Das musikalische Märchen wurde zu einem grandiosen Welterfolg.

Mit seinen frühen Ballettkompositionen zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschaffte sich Strawinsky nicht nur hohen Bekanntheitsgrad, sondern verhalf dem Genre Ballett zu einer Renaissance. Denn mit dem Tod von Tschaikowsky im Jahr 1893 war die Glanzzeit dieser Gattung vorläufig beendet gewesen.

Sein Feu d’artifice op. 4 (1908) beeindruckte Serge Diaghilew, den Leiter des Russischen Balletts in Paris, der Strawinsky zunächst für Orchestrierungsarbeiten verpflichtete und 1909 die Feuervogel-Musik bei ihm bestellte. Die literarische Grundlage für die Ballettkomposition bilden die beiden russischen Volksmärchen vom "guten Feuervogel" und vom "Unsterblichen Kaiser Kastschej". Michel Fokine verband sie zu einem Libretto.

Die Pariser Premiere von L'oiseau de feu - so der französische Titel - am 25. Juni 1910 wurde für den 28-jährigen Komponisten ein Sensationserfolg, mit dem er zum gefragten Ballettkomponisten avancierte.

Strawinsky schrieb selbst drei Arrangements für konzertante Aufführungen: Suite Nr. 1 (1912) und Nr. 2 (1919) für Orchester und eine Ballett-Suite (1945). Die zweite Suite ist heute die weitaus meistgespielte, obwohl sich die Ballett- Suite von 1945 sehr viel näher an die originale Bühnenmusik hält.

Video: Strawinsky dirigiert Wiegenlied und Finale aus seinem "Feuervogel"

(23.06.2010)



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