Werk der Woche - György Ligeti: Le Grand Macabre

Am 27. Mai 2010 präsentiert die New York Philharmonic György Ligetis Le Grand Macabre im Lincoln Center. Für das Orchester ist dies das unbestrittene Highlight der Saison. Die musikalische Leitung übernimmt Chefdirigent Alan Gilbert, die Inszenierung stammt von Douglas Fitch. Das Event markiert die erste szenische Aufführung des Werks auf New Yorks Bühnen.

Dirigent Alan Gilbert kommentiert:

Le Grand Macabre ist ein unglaublich wichtiges Werk und erstaunlicherweise ist es noch nie in New York City aufgeführt worden. Daher bin ich wirklich begeistert, dass wir die New Yorker Premiere in die Tat umsetzen können. Im Grunde geht es in der Oper um die existenzielle Krise der Moderne und darum, welchen Sinn man dem Leben angesichts dieses ganzen Wahnsinns geben kann.

Promotion-Video mit Alan Gilbert

Das Werk entführt uns in eine düster-komische Märchenwelt: Nekrotzar, der Chef der geheimen politischen Polizei, will das Beughel-Land zerstören. Trotz seiner Versuche, den versoffenen Piet vom Fass als Komplizen dafür einzuspannen und sich mit dem raffgierigen Fürst Go-Go zu verbünden, scheitert der Bösewicht. Am Ende löst sich Nekrotzar vor Gram über seine Niederlage in der aufgehenden Sonne auf.

Dass es sich bei dem karnevalesken Märchenland Breughel um eine satirische Szenerie handelt, ist schon zu Eingang der Oper musikalisch zu erleben, indem das Vorspiel ausschließlich mit Autohupen bestritten wird. Der Alltagslärm verbindet sich in der Folge mit barocken Tanzformen und scheinbar normalen Arien, Duetten und anderen traditionellen Opernnummern. Nicht nur Nekrotzar sondern viele weitere herrlich obskure Bewohner treiben in Le Grand Macabre ihr Unwesen. So zum Beispiel der von seiner nymphomanischen Frau Mescalina geplagte Hof-Astrologe Astradamors. Nur das Liebespaar Clitoria und Spermando bleiben fernab dieser tosenden Szenerie in Nekrotzars Gruft.

Le Grand Macabre gilt als eine der brilliantesten und erfolgreichsten Schöpfungen des ungarischen Komponisten. Sein surreales Werk auf die Vorlage von Michel de Ghelderodes erfreut sich seit seiner Uraufführung 1978 in der Königlichen Oper Stockholm auf den wagemutigsten Bühnen der Welt großer Beliebtheit.

Schon am Tag vor dem ersten Abend, am 26. Mai, findet eine öffentliche Generalprobe statt, bei der man das Stück erleben kann. Der Premiere am 27. Mai 2010 in der Avery Fisher Hall im Lincoln Center folgen zwei weitere Aufführungen am 28. und am 29. Mai.

(25.05.2010)



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