Werk der Woche - Werner Egk: Der Revisor

"Um diese Oper werden sich die Bühnen reißen", titelte "Die Welt" anlässlich der Uraufführung von Werner Egks Der Revisor im Jahr 1957. Als eine dieser Bühnen präsentiert das Stadttheater Gießen am Sonntag, dem 16. Mai, die Premiere der Literaturoper. Zum Ausklang der Spielzeit wird das Werk in der Inszenierung von Cathérine Miville unter der musikalischen Leitung von Herbert Gietzen gezeigt. Verantwortlich für Bühnenbild und Kostüme ist Lukas Noll.
Das Textbuch der fünfaktigen Oper basiert auf der gleichnamigen Komödie von Nikolai Gogol. Ebenso wie dieser lässt Egk die Handlung in einer russischen Provinzstadt Mitte des 19. Jahrhunderts spielen, wo die Ankunft des gefürchteten Revisors aus der Hauptstadt erwartet wird. Schnell steht für die Dorfbewohner fest, dass es sich dabei nur um den Unbekannten im Gasthaus handeln kann. Dementsprechend avanciert jener Chlestakow, hinter dem sich jedoch keineswegs der Vermutete verbirgt, zum Protagonisten des Geschehens.
Bei der Bearbeitung der literarischen Vorlage für die Opernbühne konzentrierte Egk sich auf Wesentliches. Sein Bemühen galt vor allem der Einfachheit der Musik sowie des Ausdrucks, gleichzeitig sollte die lebendige Wirkung der Figuren erhalten bleiben. Der Revisor zeichnet sich durch erfrischende Situationskomik, Ironie und musikalischen Witz aus. Zudem hielt das Bühnenwerk nicht nur der damaligen Gesellschaft einen Spiegel vor, sondern besitzt noch heute Aktualitätsbezug.
Bis zum 1. Juli finden in Gießen noch fünf weitere Vorstellungen von Der Revisor statt.
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