Werk der Woche - Heinz Holliger: Gesänge der Frühe

An Karfreitag, dem 2. April, veranstaltet das Beethoven Orchester Bonn ein anlässlich des Schumannjahrs 2010 stattfindendes Konzert. Gemeinsam mit dem renommierten SWR Vokalensemble Stuttgart bringt das Orchester Heinz Holligers Gesänge der Frühe in der Bonner Beethovenhalle zu Gehör. In seinem Werk, dessen Aufführung Holliger selbst dirigieren wird, bezieht sich der Komponist direkt auf Schumanns letzte Klavierstücke. Diese werden in seiner Hommage an die Musik Robert Schumanns sowohl in musikalischen Zitaten als auch im Werktitel aufgegriffen. Im Rahmen des Konzerts lassen sich die Gesänge der Frühe als Auftakt zu Schumanns Missa sacra für vierstimmigen Chor, Soli und Orchester deuten, welche anschließend zur Aufführung kommt.

Nur vier Jahre vor Schumanns Tod komponiert, wartet das große Chorwerk noch immer auf seine Entdeckung. Aufgrund "romantischer Schwärmerei" und "eigentümlicher Farbenpracht der Phantasie" wurde das Werk als zu wenig kirchlich kritisiert. Der Komponist erlebte nie die vollständige Aufführung seiner erst im Jahr 1863 gedruckten Messe. In Verbindung mit Holligers Werk bietet sich dem Publikum ein außergewöhnliches Konzertprogramm im Gedenken an Schumann. Die Studienpartitur zu Schumanns Missa sacra ist vor kurzem neu im Eulenburg-Verlag erschienen, daneben ist die Gesamtausgabe der Messe bei Schott Music erhältlich.

Darüber hinaus setzte sich Holliger bereits in mehreren Kompositionen mit der Musik Schumanns auseinander und gliedert sich damit in eine Reihe zahlreicher zeitgenössischer Komponisten ein. Tatsächlich hat sich die Musik unserer Zeit auf Schumann wie auf kaum einen anderen Komponisten bezogen. Die für ihn charakteristische Verbindung von radikaler Subjektivität und Formbeherrschung, Modernität und Individualität ließ viele Komponisten einen Bogen vom Originalwerk zur Bearbeitung oder, wie im Fall Holligers, zur Hommagekomposition schlagen.

(29.03.2010)



Weitere News der Rubrik Werk der Woche
News-Suche  Artikel weiterempfehlen

Newsletter

Abonnieren Sie unseren Newsletter