Werk der Woche - Bernard Rands: apókryphos

Bernhard Rands' apókryphos für Sopran, gemischten Chor und Orchester kommt am Sonntag, dem 14. März, durch die renommierte Solistin Angela Denoke gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim zur europäischen Erstaufführung. Am 15. März ist das Werk in gleicher Besetzung im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt zu erleben.
Das spannungsgeladene, sich durch tiefgreifende Intimität auszeichnende Stück verbindet während des Holocausts entstandene Texte deutscher Exilanten (Heinrich Heine, Else Lasker-Schüler, Franz Werfel, Nelly Sachs, Paul Celan) mit englischen, den Apokryphen entnommenen Texten. Daraus resultierend ergibt sich eine bedeutungsschwere Ahnung der Instabilität unserer Zivilisation angesichts des verkörperten Grauens.
John von Rhein kommentierte für den American Record Guide anlässlich der Uraufführung durch das Chicago Symphony Orchestra:
"Trotz der Shoah-Thematik lässt apókryphos ein zeitlos anmutendes Gefühl von Menschlichkeit durchscheinen. Der Hörer bleibt mit der Empfindung geistiger Erneuerung zurück, die einer Auferstehung des Phönix aus der Asche unaussprechlicher Gewalt und Zerstörung gleicht. Ausgefeilte und lebhafte Details instrumentaler Formgebung, ein hohes Maß an individueller Lyrik sowie die wirkungsvolle Intensität des Ausdrucks, bilden die Quintessenz der späteren Werke Rands’ und kommen in apókryphos vollkommen zur Geltung."
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