Werk der Woche - Carl Orff: De temporum fine comoedia

Carl Orffs letztes Bühnenwerk De temporum fine comoedia ("Das Spiel vom Ende der Zeiten") feiert am 30. Januar im Staatstheater Darmstadt Premiere. Zusammen mit seiner ersten Oper Gisei – Das Opfer, die am selben Abend nach 97 Jahren endlich ihre Uraufführung findet, setzen die beiden Bühnenwerke die in der Spielzeit 2006/2007 gestartete Reihe "Das Werk von Orff" am Staatstheater Darmstadt fort. Seitdem steht in jeder Spielzeit mindestens ein Orff-Werk auf dem Spielplan des Staatstheaters. In ihrer 36jährigen Geschichte wird die Oper erst zum fünften Mal inszeniert. Man darf also gespannt sein auf die szenische Interpretation des Intendanten John Dew, die unter der Musikalischen Leitung von Constantin Trinks auf die Bühne kommt.
In diesem letzten Bühnenwerk vereint der Komponist Momente unterschiedlichster Epochen und Gattungen zu einem faszinierenden Mysterienspiel. Das philosophisch angelegte Werk verbindet verschiedene religiöse und geistesgeschichtliche Überlieferungen, Epochen, Gestalten und Sprachen (Griechisch, Latein und Deutsch) zu einer Vision der Apokalyose als „Ende der Zeiten“. Ebenso vielfältig wie die unterschiedlichsten historischen Quellen für die Handlungsstränge der Oper zeichnet sich auch das musikalische Geschehen aus. Stärkste Kontraste und klangmagische Rituale, die vom griechischen Mysterienhymnus bis hin zum rhythmisierten Chorsprechen reichen.
Mit der Auswahl von erstem und letztem Bühnenwerk am Premierenabend erhält das Publikum die seltene Möglichkeit, einen durchaus differenzierten Einblick in das Bühnenschaffen eines der wohl bekanntesten Komponisten des 20. Jahrhunderts zu erhalten. Weitere Aufführungen der Werke Gisei – Das Opfer und De temporum fine comoedia finden am 5., 20. und 28. Februar statt.
Bild: Bühnenbildentwurf von Heinz Balthes, Staatstheater Darmstadt
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