Werk der Woche - Herbert Willi: Schlafes Bruder

Die Stille ist mein Hörwunder 

(Herbert Willi)

 

Am 3. November 2009 feiert die Oper Schlafes Bruder des österreichischen Komponisten Herbert Willi im Museumsquartier Wien Premiere. Unter der Leitung von Walter Kobéra wird das Wiener Amadeus-Ensemble zusammen mit dem Sprechchor der Neuen Oper dem Wiener Publikum ein Hörwunder zu bescheren versuchen, wie es der Protagonist der Oper erlebt. Die Inszenierung dazu stammt von Leonard Prinsloo.

Schlafes Bruder erzählt die Geschichte des Musikers Elias Alder und beruht auf dem Bestseller von Robert Schneider, der gemeinsam mit dem Komponisten das Libretto verfasst hat. Animiert von einer Bach-Kantate "Komm, o Tod, du Schlafes Bruder" beschließt Elias auf Grund einer verschmähten Liebe zu Elsbeth nicht mehr zu schlafen bis er stirbt. Denn: "Wer liebt, schläft nicht, wer schläft, liebt nicht!" Es ist ein Drama des Außenseiters, der Sprach- und Beziehungslosigkeit der Menschen, woran Elias schließlich zerbricht. Dem düsteren Ausklang der Romanvorlage stellt das Opernlibretto eine positive Schlusswendung entgegen, die der Idee von Liebe und Hoffnung Ausdruck verleiht.

Herbert Willi bezieht seine Inspiration aus der Stille heraus und versucht Unhörbares hörbar zu machen. Die außergewöhnlich ausgeprägte Hörfähigkeit des Protagonisten Elias und seine inneren Hörvisionen werden ideenreich in Töne gesetzt. Es entstehen unterschiedlichste Atmosphären durch Klangflächen, Streicherglissandi, Pizzicati und viel Schlagwerk; ein Changieren zwischen Rhythmus und Melos, Klangballungen und einfachen horizontalen Linien. Die Spannweite der Chor- und Ensembleszenen reicht vom Sprechgesang bis hin zu grellem Geschrei.

Weitere Aufführungen folgen am 6., 7. und 8., November 2009, jeweils um 19:30 Uhr.

Foto: Stadttheater Klagenfurt 2008

(02.11.2009)



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