Musiktheater für Kinder und Jugendliche bei Schott: Große Bühne für kleine Leute
Wer meint, dass Oper nur etwas für Erwachsene sei und Kinder im Zuschauerraum vor allem durch Unruhe auffielen, der irrt sich! Das unmittelbare Erleben einer kindgerechten Geschichte, die sich direkt vor aller Augen auf der Bühne abspielt, und einer Musik, die einmal nicht aus dem CD-Player plärrt, kann kleine Besucher mächtig beeindrucken. Sie werden für Klänge sensibilisiert, die sonst nicht Teil ihrer Lebenswelt sind.
Im Folgenden stellen wir Ihnen einige der zahlreichen Kinderopern und Musikspiele für Kinder aus unserem Katalog vor, die in der nächsten Zeit auf Bühnen in Deutschland und im europäischen Ausland zu sehen sein werden.

Uraufführung von Des Kaisers neue Kleider, ein musikalisches Märchen von Elisabeth Naske - 24. Oktober 2009 im Carré Rotondes Luxemburg
Elisabeth Naske ist die derzeit erfolgreichste Komponistin im Bereich Kinderoper. „Ich bin immer auf der Suche nach Geschichten, die ich in Musik umsetzen kann. Und manchmal fällt mir eben ein Buch in die Hand, das gleich zu klingen anfängt.“ Nach Kinderbuchklassikern wie Die feuerrote Friederike von Christine Nöstlinger und Die rote Zora von Kurt Held wählte sie diesmal ein klassisches Märchen von Hans Christian Andersen: Des Kaisers neue Kleider. Das ist die Geschichte von dem Kaiser, der sich aus Eitelkeit mit seinem gesamten Hofstaat von zwei Betrügern hintergehen lässt, bis ein kleines Kind die Wahrheit ausspricht. „Der Unterschied zwischen Schein und Sein sowie der Wunsch nach Respekt und Ansehen stehen im Zentrum dieser internationalen Musiktheaterproduktion für ein junges Publikum“, formuliert die Komponistin ihre Intention. Musikalisch wird das Märchen von einem Blechbläserquintett erzählt. Für die übrige Ausführung lässt Naske der jeweiligen Inszenierung völlige Freiheit: „Der Originaltext von Andersen ist nicht bindend, jede andere szenische Umsetzung mit oder ohne Text ist möglich.“ Bei der Uraufführung wird das österreichische Sonus Brass Ensemble von dem Schauspieler Daniel Tanson szenisch unterstützt, Regie führt Dario Moretti. Folgeaufführungen sind in Luxemburg, Mantova und Graz geplant. Informationen zu den Aufführugnen
(Bild: Szenenentwurf von Regisseur Dario Moretti)

Elisabeth Naske: Die rote Zora
Deutsche Erstaufführung an der Komischen Oper Berlin am 1. November 2009
Es zeugt von gleichbleibender Aktualität, dass es von dem aus den 1940er Jahren stammenden Stoff des Kinderbuchautors Kurt Held immer wieder Neuauflagen in den verschiedensten Medien gibt. Auch die Kinderoper Die rote Zora, in der Elisabeth Naske die Geschichte von Freundschaft und Solidarität um Zora und ihre Bande musikalisch verarbeitet, lief seit ihrer Uraufführung im letzten Jahr sehr erfolgreich in Luzern und Luxemburg. Die deutsche Erstaufführung wird nun an der Komischen Oper in Berlin stattfinden. Informationen zu den Aufführungen
(Foto: Luzerner Theater, 2007)

Elisabeth Naske: Das kleine Ich bin ich
Wiederaufnahme am Theater Dortmund am 25. Oktober 2009
„Ich bin so wie ich bin, und das ist gut so!“ – Das kleine Ich bin ich nach dem Kinderbuch von Mira Lobe und Susi Weigl beschäftigt sich anrührend und zugleich amüsant mit der kindlichen Identitätsfindung. Ein kleines Stofftier ist auf der Suche nach seiner Identität und stellt schließlich fest, dass es überhaupt nicht so sehr den anderen gleicht, sondern ganz einzigartig ist. Die Erzählerin wird von einem Instrumentalensemble aus Mitgliedern der Dortmunder Philharmoniker sowie Statisten, die die Geschichte schauspielerisch darstellen, begleitet. Das Stück ist für Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren gedacht. Informationen zu den Aufführungen
(Foto: Luzerner Theater 2006)

Elisabeth Naske: Die feuerrote Friederike
Premiere an der Kinderoper Köln im Alten Pfandhaus am 29. Oktober 2009
Friederike ist ein molliges Mädchen mit feuerroten Haaren – was sie zur Zielscheibe des Gespötts der anderen Kinder macht: „Da kommt die feuerrote Friederike! Feuer! Feuer! Auf ihrem Kopf brennt’s!“. Von der Annatante erfährt Friederike jedoch ein Geheimnis: Die roten Haare haben ganz außergewöhnliche Kräfte. Friederike beginnt, ihre Möglichkeiten zu entdecken, und als sie auch noch einen Brief ihres Vaters findet, geschehen ganz wunderliche Dinge…
Die Kinderoper Die feuerrote Friederike erzählt eine aufmüpfige und phantastische Geschichte nach der Buchvorlage von Christine Nöstlinger, die Kindern Mut macht: Friederike hat ihren eigenen Kopf und gibt nicht auf. Am Ende geht ihr Wunsch, endlich glücklich zu sein, in Erfüllung. Informationen zu den Aufführungen
(Foto: Volksoper Wien 2004)

Engelbert Humperdinck: Hänsel und Gretel
Im Winter 2009/2010 an den Theatern Bern, Darmstadt, Flensburg, Karlsruhe, Kiel, Saarbrücken und Weimar
Die wohl bekannteste und meistgespielte Märchenoper überhaupt ist auch in diesem Jahr wieder auf vielen Bühnen zu sehen. Humperdincks Kombination des alten Grimmschen Hausmärchenstoffes mit spätromantisch-opulenter Musik in der Tradition Richard Wagners zieht auch über hundert Jahre nach ihrer Uraufführung die kleinen und großen Zuschauer gleichermaßen in ihren Bann. Nicht nur etwas für Kinder, und nicht nur etwas für die Weihnachtszeit! Informationen zu den Aufführungen
(Foto: Bühnen der Landeshauptstadt Kiel 2008)

Nino Rota: Aladino e la lampada magica
Französische Erstaufführung am 17. Dezember 2009 am Théâtre municipal de Colmar - Wiederaufnahme an der Kinderoper Köln im Alten Pfandhaus am 25. Januar 2010
Aladino e la lampada magica ist eine Erzählung aus der orientalischen Märchensammlung „Geschichten aus 1001 Nacht“, die spätestens seit dem Disney-Zeichentrickfilm von 1992 allseits bekannt ist. Sie handelt von dem Jungen Aladdin, der arm und auch ein wenig faul ist, aber vom Reichtum träumt. Als sich eines Tages ein böser Zauberer sein Vertrauen erschleicht, um an eine Wunderlampe in einer Höhle voller Schätze zu gelangen, beginnt ein wunderliches und gefährliches Abenteuer, an dessen glücklichem Ende Aladdin die schöne Prinzessin Badr-al-Budúr heiraten wird.
Nino Rota illustriert in seiner 1968 uraufgeführten Kinderoper die bekannte Handlung mit abwechslungsreicher und farbenfroher Musik, die den Zuschauer in eine geheimnisvolle orientalische Welt voller bunter Basare, verschleierter Prinzessinnen und böser Zauberer entführt. Informationen zu den Aufführungen
(Foto: Bühnen der Landeshauptstadt Kiel 2004)

Wilfried Hiller: Das Traumfresserchen
Wiederaufnahmen an der Wiener Staatsoper am 13. Oktober 2009 und am Theater Brandenburg am 21. Oktober 2009 - Premiere an der Oper Graz am 29. November 2009
Wer in Schlummerland am besten schläft, der ist König. Als aber Prinzessin Schlafittchen eines Tages das Traumfresserchen verjagt, das Nacht für Nacht die schlechten Träume der Bewohner von Schlummerland vertilgt, ist es mit der Ruhe im Reich vorbei. „Wenn die Prinzessin nicht nachgeguckt hätte, hätte sie ja nie den Spruch erfahren, mit dem man das Traumfresserchen rufen kann, und damit auch nicht allen anderen Kindern die Möglichkeit gegeben, das Traumfresserchen zu rufen. Fast alle Geschichten beginnen mit einer Verbotsüberschreitung oder Tabuverletzung, auch viele Märchen: Am Anfang wird einem Verbot zuwidergehandelt, das setzt die Geschichte in Gang, dann wird ein langer Weg zurückgelegt, und am Schluss zeigt sich eben, dass der Weg das Ziel war.“ (Librettist Michael Ende, zitiert nach: Journal Bayerische Staatsoper, Spielzeit 1991/92, Heft 3) Informationen zu den Aufführungen
(Foto: Theater Aachen 2007)

Eberhard Streul: Papageno spielt auf der Zauberflöte
Wiederaufnahmen im Konzerthaus Berlin und an den Theatern Halle, Radebeul, Quedlinburg und Halberstadt
Mit Papageno spielt auf der Zauberflöte hat Eberhard Streul eine Kinderfassung von Mozarts Zauberflöte geschaffen, die sich auf kurzweilige Weise auf das Wesentliche konzentriert. Sie lädt die Kinder bei ihrem vielleicht ersten Opernbesuch dazu ein, die Geschichte mitzugestalten. Alles, was nur Erwachsene interessiert, wird weggelassen, und auch die endlosen Wiederholungen in den Arien sind gestrichen. Dafür gibt es einen Mozart, der sein Stück auf der Bühne entstehen lässt, die Freunde Tamino und Papageno, die auch ein Wörtchen mitzureden haben, und viele Rollen für kleine Zuschauer.
„Diese Zauberflöten-Bearbeitung will durch die Aufforderung zum Mitmachen zunächst den Spieltrieb der Kinder aktivieren. Sie will auch zum Hören erziehen und die Barriere wegräumen, die der Begriff ‚Oper’ schon für die meisten Kinder darstellt, eine Barriere, die sie dann auch als Erwachsene meist nicht mehr übersteigen.“ (Eberhard Streul) Informationen zu den Aufführungen
(Foto: Theater Pforzheim 2009)
Katalog "Kinder brauchen Theater"
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