Neue Compagnie von ballettmainz gibt Einstand mit Schott-Komponisten

Am 10. Oktober präsentiert ballettmainz im Großen Haus des Staatstheater Mainz das erste Programm unter seinem neuen Direktor Pascal Touzeau (Bild rechts). Die Eckpunkte des Programms bestehen aus Choreographien mit Musik der Schott-Komponisten Gavin Bryars und Peteris Vasks.

Zu Beginn des Abends ist die Choreographie „Quintett“ von William Forsythe zu sehen. Sie verwendet das Werk Jesus' Blood Never Failed Me Yet von Gavin Bryars. Die Komposition handelt vom Gesang Obdachloser, den Bryars 1971 einem Dokumentarfilm entnahm. Diesen Gesang wiederholt er in seinem Werk 180 mal und verbindet ihn mit einer sich allmählich entwickelnden minimalistischen Orchestermusik. Zu einem Erfolg in den britischen Charts wurde es, als Tom Waits es 1993 neu aufnahm. Im selben Jahr entstand Forsythes Vertanzung. Ihre Motorik steigert sich durch immer lebendiger und aufbrausender werdende Elemente und symbolisiert hierbei die zunehmende Energie und Spannung.

Das Concerto per violoncello ed orchestra von Peteris Vasks hat Touzeau für den letzten Programmteil „Puzzle“ ausgewählt. Bei dieser neuen Choreographie hat jeder einzelne Ensembletänzer die Möglichkeit sich selbst als Individuum zur Geltung bringen zu können und trotzdem als Gemeinschaft mit dem Rest der Gruppe ein Gesamtbild - ein „Puzzle“ - entstehen zu lassen. Allgemein lassen sich der Tanz und Musik in diesem Programmpunkt thematisch gut vereinen. Denn die Hauptabsicht Touzeaus besteht darin, Techniken des klassischen und des zeitgenössischen Tanzes miteinander zu verbinden. Vasks ist ein typischer Komponist für zeitgenössische Musik die regelmäßig von Choreographen verwendet wird. Auch die stetig unruhiger und aufbrausender werdenden Melodien in Vasks Werk harmonieren mit dem Inhalt des Ballettstücks.

 

(07.10.2009)



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