"Le Grand Macabre" in London
Am 17. September feiert György Ligetis Oper Le Grand Macabre bei der English National Opera im Londoner Coliseum Theatre Premiere. Baldur Brönnimann trägt die musikalische Leitung. Die Hauptrollen werden gesungen von Pavlo Hunka (Nekrotzar), Susanna Andersson (Vebus/Gepopo), Susan Bickley (Mescalina), Andrew Watts (Prince Go-Go), Wolfgang Ablinger-Sperrhacke (Piet the Pot) und Frode Olsen (Astramadors). Seit 1982 wurde Le Grand Macabre nicht mehr in Großbritannien gespielt.
Protagonist der Oper ist Nekrotzar, der behauptet, der Tod zu sein. Er kommt ins imaginäre Breughelland und droht, die Welt von dort aus auszulöschen. Durch einen Kometen will er die Apokalypse herbeiführen. Im Alkoholrausch verwirft er seine Pläne, doch die Breughelländer, ebenso beschwipst, glauben, sie seinen schon im Himmel. Wieder nüchtern stellen sie fest, wie irdisch der Ort ist, an dem sie sich gerade befinden, und sind enttäuscht. Nekrotzar, der Große Makabre, kommt ums Leben als er erkennt, dass er sein Ziel verfehlt hat. Es steht die Frage im Raum, ob hiermit nun der Tod tot ist (und somit die Erde gleich dem Himmelreich) oder das Leben weitergeht wie gewöhnlich.
Die Inszenierung stammt von Alex Ollé und Valentina Carrasco aus der katalanischen Theatergruppe la Fura dels Bauls. In Brüssel und Rom war die Produktion bereits zu sehen. Dort wurde sie als raffiniert und spektakulär gelobt. „Wir haben uns gefragt“, so Valentina Carrasco von La Fura dels Baus, „was der Meteor, mit dem Nekrotzar die Welt vernichten will, heute sein könnte. Ist es die Erderwärmung, die Klimakatastrophe?“ Letztlich, so ihre Schlussfolgerung, ist es wohl egal. Der Mensch selbst ist die größte Bedrohung für das Paradies. Und deshalb dominiert auch ein riesenhafter Mensch die Bühne.
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Ligeti komponierte die „Anti-anti-Oper“ in den 1970er Jahren und arbeitete sie 1996 komplett um. Der Stoff, eine Persiflage auf das Jüngste Gericht, geht auf Michel de Ghelderode zurück. Ligeti setzte Mittel der Parodie ein, um die Ironie und den Sarkasmus auch musikalisch zu transportieren: von akrobatischem Belacanto über komplexe Reihenstrukturen bis zu groteskem Sprechgesang und Slapstick-Elementen des Kinos. Bei aller Heiterkeit geht jedoch der melancholische Unterton nie verloren, der das Thema Tod zurück in die ernste Welt holt.
Weitere Vorstellungen von Le Grand Macabre in London finden am 22. und 25. September und am 1., 3. und 9. Oktober statt.
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