Werk der Woche - Bernd Alois Zimmermann: Konzert für Trompete und Orchester

Am 14. und 16. September führt die Junge Deutsche Philharmonie unter der Leitung von Susanna Mälkki das Konzert für Trompete und Orchester "Nobody knows de trouble I’ve seen" von Bernd Alois Zimmermann auf. Die Konzerte finden in Düsseldorf und Antwerpen statt. Als Solist tritt Marco Blaauw (Foto) auf.

Das 1954 entstandene Trompetenkonzert ist inspiriert von dem berühmten Negro-Spiritual "Nobody knows de trouble I’ve seen", worin sich die Sklaven in Nordamerika mit ihren Sorgen an den Heiland richteten.

Bei Zimmermann werden die gesellschaftlichen Unterschiede musikalisch durch verschiedene Musikstile ausgedrückt: freie Amerikaner durch die tonale, klassische Form und Sklaven durch den Spiritual. Im Laufe des Stückes nähern sie sich einander an und versöhnen sich schließlich im konzertierenden Jazz. Zimmermann selbst definiert seine Komposition als einen Versuch, "drei musikhistorisch und stilistisch voneinander abweichende musikalische Gestaltungsprinzipien miteinander zu verschmelzen: die Form des Choralvorspiels mit dem pentatonischen Negro-Spiritual als Cantus firmus, die freie Variationsform der noch thematisch gebundenen Dodekaphonie und in abgewandeltem Sinne den konzertierenden Jazz."

"Nobody knows de trouble I’ve seen" erinnert jedoch nicht nur an gesellschafts- und zeitpolitische Probleme der Vergangenheit, sondern weist auch auf die der heutigen Zeit hin. "Das Werk wurde unter dem Eindruck des (auch heute leider immer noch bestehenden) Rassenwahns geschrieben und will in der Verschmelzung von drei stilistisch scheinbar so heterogenen Gestaltungsprinzipien gleichsam einen Weg der brüderlichen Verbindung zeigen." (Zimmermann, 1954)

Für die Musiker ist das Konzert eine besondere Herausforderung. Zimmermann verlangt von ihnen ebenso Gefühl für das Jazz-Spezifische wie Genauigkeit in der Ausführung der detailliert ausnotierten Spielanweisungen. Die Junge Deutsche Philharmonie mit ihren frischen Musiktalenten und Marco Blaauw verleihen dem Stück seine charakteristischen Nuancen. Die erste Aufführung in dieser Besetzung fand bereits am 12.September in Gütersloh statt.

 

(14.09.2009)



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