Werk der Woche - Krzysztof Penderecki: Prelude for Peace

Am 1. September wird das World Orchestra for Peace unter der Leitung von Valery Gergiev Prelude for Peace für Blechbläser und Schlagzeug von Krzysztof Penderecki in der Krakauer St. Peter und Paul-Kirche uraufführen. Anlass für das Konzert, das das Festivalbüro Krakau zusammen mit der Stadt Krakau und dem polnischen Kultusministerium organisiert, ist der 70. Jahrestag von Hitlers Überfall auf Polen und damit der Beginn des Zweiten Weltkrieges.
Initiator des World Orchestra for Peace war Sir Georg Solti, einer der einflussreichsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Seine persönlichen Erfahrungen als junger Mann im Zweiten Weltkrieg brachten ihn zu der Überzeugung, dass Musiker Botschafter des Friedens sein sollten. Während eines Konzerts zu Soltis 80. Geburtstag im Buckingham Palace formulierte er erstmals seine Idee eines Ensembles mit diesem Ziel. Drei Jahre später war das World Orchestra of Peace beim 50. Geburtstag der Vereinten Nationen in Genf erstmals zu hören. Seitdem kommen zu den Projekten des Orchesters Musiker aus über 40 Ländern zusammen, um, wie der Gründer es formulierte, "die einzigartige Stärke von Musik als Friedensbotschafter zu nutzen".
Nach Soltis plötzlichem Tod übernahm Valery Gergiev 1997 die Leitung. Er setzt nicht nur das hohe musikalische Niveau fort, sondern auch den leidenschaftlichen Einsatz für den Frieden. Das Konzert in Krakau sieht er als optimalen Rahmen hierfür: „Es bedeutet mir persönlich sehr viel, mit den wundervollen Musikern, die dieses einzigartige Orchester ausmachen, eingeladen worden zu sein und unsere Friedensbotschaft an diesem ergreifenden Jahrestag durch die Musik in die Stadt Krakau zu bringen.“
Prelude for Peace wird von einem Crescendo des Schlagzeugs eröffnet. Im ersten Teil (Allegro) wandert die lebhafte Staccato-Motivik durch alle Instrumentengruppen. Den zweiten Abschnitt macht ein langgesponnenes, brucknerhaftes Choralthema aus, das von der Bassposaune vorgestellt und durch die Register weitergegeben wird. Schließlich werden die Staccati des Anfangsteils wieder aufgenommen und weiterverarbeitet. Das Finale ist eine Fortspinnung des Choralthemas, die in einem Tutti-Kanon im Fortissimo gipfelt.
Neben Pendereckis Prelude for Peace wird in Krakau Gustav Mahlers 5. Sinfonie zu hören sein. Das Konzert wird auf zwei Großleinwänden im Krakauer Stadtzentrum, im polnischen Fernsehen (TVP2) und auf CNN.com live übertragen.
Gleich am nächsten Tag wiederholt das World Orchestra for Peace sein Programm in Stockholm. Anlass ist der 70. Jahrestag des Beginns des 2. Weltkriegs im baltischen Raum und das 200. Jubiläum des Friedensvertrages zwischen Schweden und Finnland.
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