Werk der Woche - Mátyás Seiber: Improvisations

Im Rahmen des Festivals Young Euro Classic 2009 wird das Bundesjazzorchester zusammen mit dem Bundesjugendorchester am 23. August im Konzerthaus Berlin die Improvisations für Jazzband und Orchester von Mátyás Seiber und Johnny Dankworth aufführen. Das Konzert ist die Auftaktveranstaltung zu einer Konzerttournee, die die beiden Ensembles über Bonn und Stuttgart bis nach Südafrika führen wird. Bei den Konzerten in Deutschland steht Dennis Russell Davies am Pult, Dirigent der Aufführungen in Südafrika ist Bernd Ruf.

Schon im Programmheft zur deutschen Erstaufführung 1965 wurde das Stück "der am weitesten geglückte Versuch, neue Musik und Jazz unter einen Hut zu bringen" genannt. So fügt es sich optimal in das Motto "Synthese" ein, unter dem die Tournee der beiden Klangkörper steht. Anlass für die Wahl dieser Thematik für die Konzertreise waren der 20. Jahrestag der Deutschen Wiedervereinigung und das kulturelle Vorprogramm der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika.

Doch es gibt noch mehr Umstände, die Seibers Stück für das Programm des BJO und des BuJazzO interessant machen: Der Komponist, der 1927 in Frankfurt den ersten Jazzstudiengang der Welt ins Leben rief, war treibende Kraft in der Etablierung des Jazz in der Musikausbildung. Auf einer Vortragsreise kam der Komponist in Südafrika bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

Komponist Seiber verband und entwickelte in seinem Werk viele verschiedene musikalische Einflüsse - von der ungarischen Tradition seiner Lehrer Bartók und Kodály, über neue Strömungen wie serielle Musik und Dodekaphonie, bis zu populären Genres wie Jazz, Folksong, Filmmusik und leichtere Musik. Eine fruchtbare Zusammenarbeit bestand mit Johnny Dankworth, der mit Jazz-Größen wie Nat King Cole, Sarah Vaughan, Lionel Hampton und Ella Fitzgerald musizierte. Im gemeinsamen Werk Improvisations alternieren Dankworths Jazzpartien und Seibers sinfonische Teile miteinander und überlappen sich. Die Jazzgruppe fügt sich in die auskomponierten Improvisationen des Orchesters ein, wodurch sich beide Gruppen musikalisch befruchten und eine Synthese eingehen.

(19.08.2009)



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