50. Todestag von Bohuslav Martinů
Vor 50 Jahren, am 28. August 1959, starb in Liestal bei Basel der tschechische Komponist Bohuslav Martinů. Längst gilt er als Klassiker der tschechischen Musik, auch über sein Heimatland hinaus. "Nulla dies sine linea!" lautete ein Leitspruch des vielseitigen Komponisten, dessen Humor und positiver Geist vielen seiner Werke anzumerken ist. Sein mit über 400 Werken äußerst umfangreiches und stilistisch vielfältiges Schaffen umfasst alle Gattungen, darunter sechzehn Opern, fünfzehn Ballette und sechs Sinfonien, zahlreiche Orchesterwerke, Solokonzerte, Kammer- und Vokalmusik. Zu seinen Hauptwerken gehören das Ballett Špaliček (H. 214), die Opern Juliette (H. 253) und Griechische Passion (H. 372), das Konzert für zwei Streichorchester, Klavier und Pauken (H. 271), das Concertino für Klavier und Orchester (H. 269) sowie das 5. Streichquartett (H. 268).
Bohuslav Martinů, wurde am 8. Dezember 1890 im böhmischen Polička geboren und studierte zunächst Violine am Prager Konservatorium. Als Komponist zunächst Autodidakt, nahm er in den 1920er Jahren Unterricht bei Josef Suk sowie bei Albert Roussel in Paris, wo er bis zum 2. Weltkrieg lebte. Während die frühen Werke unter dem Eindruck der Musik Debussys entstanden, schrieb er in den Pariser Jahren ganz im Geist des französischen Neo-Klassizismus und der Groupe des Six: Besonders berühmt wurde das Fußballstück Half-Time (H.142), aber auch La Bagarre (Das Getümmel) (H. 155), La revue de cuisine (H. 161) oder das Schach-Ballett Échec au Roi (H. 186) stecken voller Humor, Leichtigkeit und Zeitgeist. Gleichermaßen charakteristisch für Martinus Stil der 1920er Jahre sind Anklänge an den Jazz, wie zum Beispiel in den beiden Opern Larmes de couteau (H. 169) und Les Trois souhaits ou Les Vicissitudes de la vie (H. 175) nach Libretti des surrealistischen Dichters Georges Ribemont-Dessaignes. Unverkennbar sind in Martinůs Musik stets auch die Einflüsse der tschechischen Volksmusiktradition.
Im Zweiten Weltkrieg emigrierte Martinů in die USA, wo er für amerikanische Orchester mehrere große Orchesterwerke komponierte, darunter die ersten vier Sinfonien. 1953 kehrte er nach Europa zurück, lebte zunächst in Nizza, dann in Rom und verbrachte seine letzten Lebensjahre in der Schweiz.
Im Rahmen des Projekts „Martinů revisited“ bündelt die Bohuslav Martinů Stiftung in Prag auf www.martinu.cz alle internationalen Martinu-Gedenkkonzerte vom 50. Todestag 2009 bis zum 120. Geburtstag am 8. Dezember 2010.
Beim Festival young.euro.classic 2009 spielt am 19. August das Czech Student Symphony Orchestra im Berliner Konzerthaus Martinůs “Rondo per orchestra” Half-Time.
|
Weitere News der Rubrik News von Schott Mainz Weitere News der Rubrik Komponisten-News |
News-Suche Artikel weiterempfehlen |







