Werk der Woche - Robert Beaser: Guitar Concerto

Am Freitag den 1. Mai wird in der New Yorker Carnegie Hall erstmals Robert Beasers Guitar Concerto aufgeführt. Der Solist Eliot Fisk spielt gemeinsam mit dem American Composers Orchestra (ACO) unter der Leitung von Dennis Russell Davies. Im Auftrag des ACO, des Albany Symphony Orchestra und des Brucknerhauses Orchester Linz komponierte Beaser das Konzert eigens für Fisk, den er vor vielen Jahren am Beginn seines Studiums an der Universität in Yale gennen gelernt hatte. Die ersten beiden Sätze des Werks wurden bereits im Februar 2009 vom Albany Symphony Orchestra uraufgeführt und bei dem Konzert in New York City wird nun das Guitar Concerto erstmals in seiner vollständigen gestalt zur Aufführung kommen. Beaser erklärt zu seinem Werk:
"Das Gitarrenkonzert habe ich für meinen guten Freund Eliot Fisk geschrieben, dem ich erstmals 1972 begegnete, als wir beide im ersten Semester an der Yale Universität studierten. Das Werk ist angelegt in einer traditionellen dreisätzigen Form und ich habe das Orchester aus verschiedenen, praktischen Gründen (für eine ausgewogene Balance, Details der Instrumentierung) 'mager' gelassen. Der erste Satz verwendet eine dichte Kette von Moll-Terzen und verwebt sie zu einer Folge unruhiger Variationen. Die Gitarre bricht buchstäblich in das Gefüge ein, das Orchester bietet ihr den Untergrund. Der zweite Satz dagegen ist in sich gekehrt, ich bezeichne ihn als eine Art Tombeau. Er stellt Bezüge zum Barock her, würdevoll und elegisch. Es gibt ein hypnotisches, meditatives Thema im ¾-Takt (das eine Abkehr von der 4/4-Allemande eines traditionellen Tombeau darstellt). Dieses Thema wird unterbrochen vom Mittelteil, der sich beklemmend und seltsam gebärdet: Eine andauernde Modulation setzt sich durch und bringt die Anordnung aus dem Gleichgewicht. Es ist als Hommage an frühe Lautenmusik gedacht – und an Ravel, der sich selbst auf Couperin bezog – um an einen früheren Stil zu erinnern und diesen in eine neue expressive Sprache zu übertragen. Ich bin allen, die an diesem Auftragswerk beteiligt waren, für die Unterstützung bei der Realisierung dieses neuen Konzertes dankbar: Dem Albany Symphony Orchestra, David Alan Miller, dem American Composers Orchestra, Dennis Russell Davies und dem Brucknerhaus Orchester Linz.
Neben diesem Werk präsentiert das ACO die US-Amerikanische Erstaufführung von Böse Zellen, dem Klavierkonzert des österreichischen Komponisten Thomas Larcher, der selbst als Solist am Klavier zu erleben ist. Für das von Franz Xaver Ohnesorg für das Ruhr Klavier Festival in Auftrag gegebene Werk, übernimmt Larcher den Titel eines Filmes der österreichischen Filmemacherin Barbara Albert, in dem untersucht wird, wie ein tragischer Vorfall das Leben der Menschen in einer österreichischen Kleinstadt verändert. Dazu Larcher:
"Während des Komponierens hat mich dieser Film begleitet, aber er gab meinem Stück nicht ein Programm. Vielleicht gibt es Analogien im Hinblick auf die Konstruktion, die Struktur, die Formbehandlung, die Offenheit der Architektur, die Nebeneinanderstellung der Figuren, Eindrücke und Gefühle. Der grundlegende Eindruck, der mir geblieben ist, ist das Nachspüren nach horizontalen Strukturen im Leben, das Veranschaulichen der Tatsache, dass es unmöglich ist, die Richtung zu beeinflussen, in die einen das Leben führt. Im Film gibt es viele Versuche, Richtungen zu finden, Perspektiven aufzuspüren oder zu erzwingen, vorsichtig oder leidenschaftlich."
|
Weitere News der Rubrik News von Schott New York Weitere News der Rubrik Werk der Woche |
News-Suche Artikel weiterempfehlen |







