Uraufführung: Violinkonzert von Thomas Larcher für Isabelle Faust
Nach seinem Klavierkonzert Böse Zellen wendet sich Thomas Larcher nun der zweiten großen Konzertgattung zu: Am 26. März spielt Isabelle Faust im Wiener Musikverein die Uraufführung seines Violinkonzerts mit dem Radio-Symphonieorchester Wien und Bertrand de Billy am Pult. Das Violinkonzert ist ein gemeinsames Auftragswerk des Radio-Symphonieorchesters Wien, des Radio Filharmonisch Orkest und der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern.
Die beiden Sätze des Konzerts beruhen auf ganz unterschiedlichen Konzepten: Im ersten Satz, der von rumänischer Volksmusik, Béla Bartók und György Ligeti geprägt ist, geht es um die Entfesselung archaischer rhythmischer Energie, angeregt durch ein Soloinstrument. Das relativ klein besetzte Orchester gewährleistet rhythmische Mobilität, ist aber zugleich mit seiner Masse imstande, den Rhythmen und Ausbrüchen Gewicht zu verleihen, so Thomas Larcher.
"Der zweite Satz ist ein ausgeschriebener Quintenzirkel im Dreivierteltakt. Die Töne des Quintenzirkels schrauben sich in einer langen Kette chromatisch nach oben. Ausgehend von der leeren C-Saite eines Cellos erscheinen alle Töne, dann wiederholt sich das Ganze von Cis aus etc. Jeder Takt beginnt dabei mit einem neuen (Grund-)ton.
In der Mitte auf dem Fis angelangt, der (katastrophischen und orgiastischen) Mitternacht, bei deren Eintreten alle Uhren zwölf schlagen, musste ich diese Entwicklung stoppen. Es war, als hätte der Eintritt der Mitternacht ein Loch in die Erdkruste gerissen, ein Loch der Verwirrung, in das alle und vor allem das Soloinstrument, hineingezogen werden. Der Quintenzirkel erscheint danach nur mehr schemenhaft, als eine fahle Erinnerung, die Instrumente entfernen sich gänzlich voneinander, jeder spielt für sich, am Ende bleiben ein paar Tonfäden."
Eine weitere Aufführung des Konzerts mit Isabelle Faust spielt am 27. März in Saarbrücken die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter Christoph Poppen. Die niederländische Erstaufführung ist für den 23. Januar 2010 in Amsterdam mit dem Radio Filharmonisch Orkest unter der Leitung von Ed Spanjaard vorgesehen.
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