Werk der Woche - Paul Dessau: Die Wunderuhr

Zur Eröffnung des Kurt Weill Festes Dessau 2009 wird am 27. Februar das Projekt "Figura et Anima" in einer Koproduktion des Anhaltischen Theaters mit dem Puppentheater der Stadt Magdeburg präsentiert. Darin werden zwei Kurzfilme des Polnisch-Französischen Filmpioniers Ladislas Starewitch in einem Film-Live-Konzert zu neuem Leben erweckt. Der Komponist Paul Dessau (nur zufällig heißt er wie die Stadt) schrieb dazu im Jahr 1928 die Filmmusik. Sie wird synchron zur Fimprojektion vom Orchester des Anhaltischen Theaters unter der musikalischen Leitung von Golo Berg gespielt.
Der Film Die Wunderuhr ist eine märchenhafte Geschichte über den Uhrmacher Bombastus, der eine Zauberuhr erschafft. In ihr wohnen kleine mechanische Wesen, die um Mitternacht aus ihrer Behausung kommen und Yolande, die Enkelin des Uhrmachers, entführen. Hals über Kopf verliebt sich Yolande in den elektrisch angetriebenen weißen Ritter, der sein Herz aber schon der Spielzeugprinzessin geschenkt hat.
Unmittelbar im Anschluss folgt der Film Der verzauberte Wald, der nahtlos an die Handlung von Die Wunderuhr anschließt. Hier findet nun ein erbitterter Kampf der kleinen Roboter statt. Um ein schlimmes Ende abzuwehren, dreht Yolande einfach die Zauberuhr vor, wodurch die Fantasiewelt erstarrt. Das Mädchen fällt in einen tiefen Schlaf und von einem Zauberwald, in dem sie Abenteuer mit allerlei Fabelesen erlebt.
Ladislas Starewitch drehte seine Filme mit kombinierten Trick- und Realfilmelementen und entwickelte völlig neue Techniken und visuelle Effekte. Wie die Handlung Elemente der Märchenwelt und des Expressionismus vereint, bringt Paul Dessau in seiner Filmmusik zarte Lyrik mit kecker parodistischer Tonsprache seiner Zeit zusammen. So gelingt es, die surreale Stimmung der Filme zu verstärken und auf eine neue Ebene zu überführen..
Im Rahmen des "Figura et Anima"-Projekts zeigt das Kurt Weill Fest neben den Starewitch-Filmen mit Dessaus Musik Die sieben Todsünden von Kurt Weill. Es ist in einer Puppentheaterinszenierung von Frank A. Engel zu sehen. Gefördert wird "Figura et Anima" von der Kurt Weill Foundation for Music. Nach dem 27. Februar folgen Vorstellungen am 13. und 14. März.
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