Werk der Woche - György Ligeti: Le Grand Macabre

György Ligetis Le Grand Macabre hat seinen Weg nach Japan gefunden. Am 7. Februar 2009 findet im New National Theatre in Tokyo die nationale Erstaufführung unter der musikalischen Leitung von Uri Segal statt. Die Oper, in einer Inszenierung von Yasuki Fujita, wird in deutscher Sprache gesungen und zum besseren Verständnis für das Publikum mit japanischen Untertiteln versehen. Der Veranstalter Tokyo Chamber Opera sorgt so für eine der seltenen großartigen Möglichkeiten, in Japan zeitgenössische Oper zu erleben.
In seiner "anti-anti-Oper" lässt Ligeti den großen makabren Nekrotzar in die absurde Rolle des Todes schlüpfen und den Versuch starten mithilfe eines Kometen die Welt auszulöschen. An dem Hof des Fürsten GoGo von Breughelland wird das nahende Ende mit einem Gelage gefeiert. Nekrotzar, der Hofastrologe und Piet vom Fass betrinken sich, so dass Nekrotzar im Vollrausch beim Eintreffen des Kometen den Weltuntergang verpasst. So geht die Welt nicht unter und mit Sonnenaufgang stirbt Nekrotzar aus Gram, da er sein Ziel nicht erreicht hat.
Ligeti sagt über Le Grand Macabre:"Falls Nekrotzar der Tod war, ist der Tod jetzt tot, also ist das ewige Leben angebrochen und die Erde gleicht dem Himmelreich: Das Jüngste Gericht hat stattgefunden. Wenn er aber nur ein anmaßender Scharlatan, ein dunkler falscher Messias war und seine Sendung nichts als leere Phrase, so geht das Leben weiter wie gewöhnlich - eines Tages stirbt jeder, doch nicht heute, nicht sofort."
photo: Oper Graz / Dimo Dimov
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